Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 60. (Budapest 1968)
Agócsy, P.: Beiträge zur Problematik der Familie Lymnaeidae (Mollusca, Basommatophora)
266 P. AGÓCSY GENITALIEN DER LYMNAEIDAE NACH WAGNER Tafel I. Receptaculum seminis Prostata Verhältnis der Penisteile Radix auricularia eiförmig mit länglichem Blasenstiel länglich walzenförmig beide Teile gleich lang Radix ovata eiförmig, Blasenstiel veränderlich birnförmig veränderlich Radix peregra eiförmig. Blasenstiel veränderlich birnförmig gleich lang Galba truncatula eiförmig, Blasenstiel veränderlich plattgedrückt, eckig proximaler Teil 4-5mal länger Stagnicola palustris länglich eiförmig, Blasenstiel kurz plattgedrückt, rundlich proximaler Teil 2mal länger Limnaea stagnalis eiförmig, Blasenstiel schmal birnförmig mit Längsfurchen proximaler Teil 3-4mal länger Nomenklatur nach Soós (1957). C. Pv. BOETTGER (1930) gibt ein klares Bild über die Entstehung von Standortsmodifikationen der Schnecken aus der Radix-Gruppe. Durch die Einwirkung der mechanischen Kräfte der Wasserbewegung können sich Reaktionsformen ausbilden. Die Einflüsse der Nahrung, des üppigen oder dürftigen Wasserpflanzenwuchses und die Tiefe des Wassers fordern Reaktionsmassnahmen heraus. Ganz ähnliche Feststellungen findet man auch bei M. ROTARIDES (1936). D. GEYER (1931) betont, dass sich in einer bestimmten Population die Formen der Schalen jährlich wechseln können. B. HUBENDICK (1951) begründet die moderne Systematik der Lymnaeidae mit einer umfangreichen Arbeit über die Variation, Morphologie, Taxonomie und Verbreitung der hierher gehörenden Gattungen und Arten. Er schreibt: ,,With the exception of the aberrant genus Lanx, which must be included in the sub-family Lancinae, conditions within Lymnaeidae are so vague, that it is impossible to draw any definite conclusions regarding the relations within the group. For one thing, it is absolutely impossible to construct a phylogenetic scheme for the group. It is, however likely, that the unfolded prostate is a primitive characteristic, though the same type of folded prostate can have envolved independently on several occasions. The very great anatomic uniformity within Lymnaeidae, makes any categorisation into sections and subgenera unjustifiable, and sometimes impossible." Seinen Ansichten kann ich aber nur teilweise beistimmen. Eine andere Arbeit von HUBENDICK (1952) erörtert die Problematik der in Hawaii lebenden Lymnaeidae. Die Schalen von L. volutata GOULD und L. rubella LEA sind der von Radix peregra (O. F. MÜLLER) sehr ähnlich, die Anatomie zeigt aber einen wesentlichen Unterschied. Im Jahre 1959 veröffentlichte M. JACKIEWICZ eine umfassende Arbeit über Galba, palustris (O. F. MÜLLER). Auf Grund anatomischer Untersuchungen werden mehrere Arten aus der Gesamtart Galba palustris ausgegliedert, die auch konchyliologisch recht scharf ausgeprägt erscheinen. Diese Ergebnisse wurden auch bei der Überprüfung eines grossen Materials aus der Tschechoslowakei bestätigt (HUDEC, 1966). M. MIROLLI (1959) berichtet über die Möglichkeit einer statistischen Unterscheidung zweier Radix-Arten in der gemischten Population des Lago Maggiore. Zur Kenntnis der Lymnaeidae kann auch die Parasitologie manches beitragen. So stellte N. OSANOVA (1963) fest, dass Radix peregra, die in einigen Fällen mit Galba truncatula gemischt vorkommt, niemals durch partenogenetische Formen von Fasciola hepatica LINNÉ invasiert worden ist.