Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 54. (Budapest 1962)

Csepreghy-Meznerics, I.: Das Problem des "Chatt"-Aquitans in wissenschaftgeschichtlicher Beleuchtung

62 C S EP RE GH Y-ME ZNE RI CS, I. Die Arbeit von FUCHS aus den Jahren 1892—94 enthält übrigens noch 2 weitere wesentliche Sätze, die ebenfalls zu vielen Verwirrungen geführt haben. Nach FUCHS ,,muss die Bezeichnung Aquitan im Sinne der Priorität für das tiefste Miozän, also für Mold, Loibersdorf, Korod, Kaltenbachgraben und das Becken von Bordeaux angewandt werden" und „das richtige aquitanische Niveau mit dem tiefsten Teil des Horner Beckens ist identisch". Diese Sätze werden bei uns von manchen Forschern auch heute noch irrtümmlich aufgefasst, nämlich so, dass nach FUCHS nur Mold und Loibersdorf aquitanisch seien und die oberen Horizonte (wie z. B. Gauderndorf, Eggenburg) jünger, burdigaliscb sind. Diese Auffassung ist unrichiig, weil 1. FUCHS Gauderndorf und Eggenburg noch nicht kennen konnte, 2. und hauptsächlich, weil FUCHS den Begriff der bur­digalischen Stufe nicht kennen konnte und 3. FUCHS unter dem oberen Horizont Grund und den Schlier verstanden hat. Im übrigen war gerade FUCHS derjenige, der nachwies, dass die Fauna von Saucats und Léognan (ja sogar auch die von Bazas und Merignac) mit der Fauna des Horner Beckens, von Korod und Budafok gleichaltrig ist, obwohl er diese in die aquitanische Stufe gestellt hat, da zu dieser Zeit der Stufenname Burdigal noch nicht existierte. c. Die Lage zur Zeit der Einführung des Stufennamens Burdigal. Der Begriff dieser Stufe wurde von DEPÉRET 1892 (1893) eingeführt. Sein Inhalt wnirde von ihm im Profil von Saucats und Léognan angegeben. Die Veröffentlichung des Stufennamens Burdigal fällt also in die Jahre 1892 (1893), die des Chatts in die Jahre 1892-94. (Das 1892 fertig gestellte Manuskript der Studie von FUCHS woirde von PETHÖ im September 1893 ins ungarische übersetz, das Erscheinungsdatum dieser Publikation ist Dezember 1893). Die Stufennamen Chatt und Burdigal wurden also von FUCHS und DEPÉRET gleichzeitig eingeführt, aber ohne dass die beiden Forscher über die Studie des anderen Kenntnis gehabt, bzw. ohne dass sie den Inhalt der Studie des anderen gekannt hätten. Von diesem Zeitpunkt an ist Saucats und Léognan zum Inhalt der miozänen burdigalischen Stufe geworden. In der oberoligozänen aquitanischen Stufe sind auch weiterbin Kassel, Doberg, Bazas, Merignac und Törökbálint geblieben — im Sinne von MAYER—EYMAR und HOFMANN. In der aquitanischen Stufe — also der westlichen Auffassung nach im Oberoligzän ! — sind auch weiterhin die Ausbildungen von Horn, Budafok, Korod, Norditalien (Aqui, Montferrat, Vignale, Rossignano usw.) geblieben, obwohl diese — auch nach FUCHS ! — inhaltlich mit der Fauna von Saucats und Léognan, also mit dem Stratotyp des Burdigals identisch sind. Ich möchte hier noch bemerken, dass das Problem des Stufennamens Lan­ghiano, das im Zusammenhange mit den norditalienischen Vorkommen (Aqui, Vignale, Rossignano) auftaucht, ebenso wie das Problem des Schliers, hier nicht besprochen zu werden braucht. Im Sinne der Auffassung von TRARUCCO (1985) und ALESSANDRI (1897) ist es übrigens am zweckmässigsten, den Stufennamen Langhiano also Synonym der burdigalischen Stufe aufzufassen, auch dann, wenn in der neuesten Literatur (SELLI, 1945 — 1955, MANUEL & RARBIERI, 1959) der Stufenname Langhiano bevorzugt wird.

Next

/
Oldalképek
Tartalom