Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 54. (Budapest 1962)
Jánossy, D.: Vorläufige Mitteilung über die Mittelpleistozäne Vertebratenfauna der Tarkő-Felsnische (NO-Ungarn, Bükk-Gebirge)
von Schädeln, Unterkiefern und ganzen Extremitätenknochen in variationsstatistisch auswertbarer Menge vor. Auf Grund derselben hatte GY. TOPÁL die oben aufgezählten 12 Arten bestimmt. Unter diesen dominiert eine Unterart von Myotis bechsteini. Diese heute zurückgehende Art stand anscheinend im Pleistozän in voller Blüte. Sehr interessant ist das Vorhandensein zweier heute typisch asiatischer Arten: Myotis frater und Barbastella darjelingensis, die neben asiatischen Nagern der Fauna ein östliches Gepräge geben. Endlich soll noch betont werden, dass es eine ausgesprochene VespertilionidenFauna ist, Bhinolophus vertritt nur einige Promille. ? Marmota sp. — Das Vorhandensein des Murmeltieres, — in Ungarn auch im Jungpleistozän eine äusserst grosse Rarität, — dürfte bloss ein Fragment eines unteren Schneidezahnes beweisen. Nach der Massivität und der von der Seite gedrückten Form, kann der grösste rezente Ziesel, Eichhörnchen oder Hamster ausgeschlossen werden und es bleibt nur Marmota übrig. Es ist sehr bedauerlich, dass von diesem interessanten und meines Wissens ältesten Releg dieser Gattung in Europa keine vollständigeren Reste vorliegen. Citellus cf. citellus L. — Ein Bruchstück einer Mandibel bloss mit den Alveolen der Zähne dürfte wohl von einer kleinen Ziesel-Art stammen. Obzw r ar Näheres kaum zu sagen ist, soll hervorgehoben werden, dass es sich nicht um den grossen Citellus primigenius KORMOS handelt, der im Altpleistozän Mitteleuropas und hauptsächlich Ungarns weit verbreitet war. Castor fiber L. — Die Zugehörigkeit einiger Phalagen des Vorderfusses zum Riber, soll als gesichert gelten. Auf Grund meines rezenten Vergleichsmaterials kann die Identität mit Hystrix und laut den Abbildungen von SCHREUDER (1929) das Vorhandensein von Trogontherium auch ausgeschlossen werden. Dryomys ef. nitedula Pall. und Muscardinus cf. avellanarius L. — Unter den Schläfern weicht Dryomys und Muscardinus auf Grund der bisherigen Funde weder morphologisch, noch der Grösse nach von den heutigen mitteleuropäischen Arten ab. Glis glis sackdillingensis Heller — Die Zähne, Mandibeln und Extremitätenknochen des Siebenschläfers sind durchschnittlich etwas kleiner als mein rezentes Vergleichsmaterial und sie können daher höchstwahrscheinlich mit der von der Sackdillinger Höhle beschriebenen Form identifiziert werden. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob statistisch auswertbare Verschiedenheiten gegenüber der etwas älteren sackdillinger Unterart bzw. Art vorhanden sind. Sicista cf. belulina Pallas — Einige zahnlose Mandibeln und lose Molaren vom betulina-Typ bestätigen das einstige Vorhandensein der Streifenmaus. Spalax sp. — Die Rlindmaus ist durch einen unteren Schneidezahn einwandfrei belegt. Apodemus agrárius Pallas — Unter den massig häufigen Apodemu.s-Resten befinden sich einige untere M lf bei denen die lingualen Seitenelemente ganz reduziert sind. Es konnte also zum erstenmal in Ungarn das fossile Vorkommen von Apodemus agrárius behauptet werden. Mus cf. musculus L. — Untersuchungsmaterial: Ein loser, linker M x (siehe Taf. II, Abb. 2). Obzwar der Zahn ziemlich abgekaut ist, sind an ihm die Merkmale von Mus, gegenüber Apodemus ganz deutlich zu erkennen (Länge des Zahnes 1,44 mm). Das Erscheinen des Genus Mus im Pleistozän Europas ist