Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 54. (Budapest 1962)

Jánossy, D.: Vorläufige Mitteilung über die Mittelpleistozäne Vertebratenfauna der Tarkő-Felsnische (NO-Ungarn, Bükk-Gebirge)

die grösste Überraschung der Faunen dieser Epoche im Karpathenbecken. Wie ich das schon an einer anderen Stelle (JÁNOSSY, 1961) angedeutet habe, kamen die Reste desselben Tieres vor zwei Jahren in einer Fauna ähnlichen Alters aus dem Travertin zu Rudapest zutage. An dieser letztgenannten Fundstelle sind folgende Reste vorhanden: 3 Mandibeln (zwei mit dem M lf eine mit dem M x — M 2 ), ein Maxillen-Bruchstück mit dem M x —M 3 und ein loser M r Die Abbildung der Rezahnung der vollständigeren Mandibel gebe ich in diesem Artikel (siehe Taf. II. Abb. 1). Der tarköer Rest kann also nicht als ein isolier­ter Einzelfund betrachtet werden. Redauerlicherweise ist die Rezahnung der Mäuse im engsten Sinne so über­aus homogen, dass bezüglich ihrer näheren systematischen Stellung nichts ausgesagt werden kann, Mus cf. musculus soll nur als ein technischer Sammel­name gelten. Allocricetus bursae Schaub. — Die Funde des kleinen Steppenhamsters sind hauptsächlich in den obersten Lagen ziemlich häufig. Das Mass der Zahn­reihenlänge der bis jetzt gesammelten Exemplare schwankt zwischen 4,2 und 4,7 mm (20 Exemplare, 1 Exemplar 5 mm), hier ist also die durchschnittlich etwas kleinere Form vorhanden, die auch HELLER von Erpfingen meldete (HELLER, 1958). Wie das schon KRETZOI (1941) zeigte, hat die Variationsbreite der Hamster einen stratigraphischen Wert. Da die Extremitätenknochen die­ses Hamsteis im Material gut belegt sind, gebe ich die Abbildungen des sehr charakteristischen Humerus und Femur an, die dem rezenten Mesocricetus nahe stehen (eher „murin", als „cricetin", Taf. I. Abb. 2 — 3). Cricetus crieetus major Woldrieh — Gegenüber dem Allocricetus ist der Riesenhamster mit überaus spärlichen Resten, darunter aber zwei Unterkiefern vertreten. Die eine Mandibel besitzt die vollständige Zahnreihe mit einer Länge von etwa 10,4 mm. Arvieolidae — Das dominante Element der W 7 ühlmausfauna ist die Microtus arvalis- und die Pitymys arvaloides-Gruppe, die anderen, hier angeführten Arten spielen eine ganz untergeordnete Rolle. In stratigraphischer Hinsicht ist es besonders wichtig, dass die P/íomj/s-Reste in den unteren Lagen maxi­mal 2—3 Prozent des gesamten Wühlmaus-Materials erreichen (3—4 Indivi­duen unter 200 Microtinen) und in der obersten Schicht laut den bisherigen Untersuchungen diese altertümlichen Formen völlig fehlen. Lagomorpha — Die Überreste von Ochotona und Lepus sind so überaus mangelhaft, dass sie sich für weitere Folgerungen nicht eignen. Ursus spelaeus (deningeri-ähnlich) — Unter den Raubtierresten ist allein der grosse Bär mit mehr als Hundert Skelettelementen, darunter einigen Schä­delteilen und intakten Extremitätenknochen belegt. Dieses Material bedarf jedoch noch einer eingehenderen Untersuchung (siehe Abbildungen auf Tafel I —II). Unter den Zähnen und verschiedenen Knochen überwiegen allerdings die speläoide Merkmale tragenden Stücke und auf den vorhandenen Maxillen­Fragmenten kann keine Spur von vorderen Prämolaren wahrgenommen wer­den. In cca 5 km Entfernung von dieser Fundstelle wurde vom Verfasser in den vergangenen Jahren in einem Karstsack eine ,,Bärenfauna" in Gesellschaft einer typisch altpleistozänen (biharischen) Kleinsäugerfauna vorgefunden (Kö­vesvárad bei Répáshuta, z. Z. unter Rearbeitung). Dieser Bär scheint ein typi­scher Ursus deningeri zu sein. Es ergibt sich also die Möglichkeit eines unmittel­11* - 77

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