Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Párducz, B.: Bewegungsbilder über Didinien

auf die Körperoberfläche von rechts-vorne nach links hinten, der mit der Körperlängsachse gebildete Winke] der Schlagebene kann jedoch zwischen ziem­lich grossen Grenzen wechseln. Im wesentlichen löst derselbe Wimpermechnismus auch die rückwärtsge­richtete Fluchtbewegung des Zellkörpers aus, mit dem Unterschied, dass hier die Gruppen der Zilien, die sich gerade in der Periode der Regression befinden, jetzt in die Richtung des vorderen Körperendes an die Körperoberfläche an­schmiegen (Taf. II : Abb. 11 —16) ; auch die Fortpflanzungsrichtung der Wellen ist dann entgegengesetzt als beim Normalschwimmen (vom hinteren Pol gesehen nach links), der aktive Ausschlag selbst erfolgt hingegen von links hinten nach vorne rechts. Die autonome Kegelschwingung der Einzelzilien entspricht auch während der Rückwärtsbewegung der normalen (also Trichterbewegung von oben betrach­tet nach links) ihre Winkelgeschwindigkeit ist aber dann auffallend grösser. Auf den fixierten Momentbilder — wie erwähnt — ist die Mannigfaltigkeit der Zilienwellenmuster sehr gross. Innerhalb des vorderen und hinteren Zilien­kranzes und zwar sowohl an den vor- (Taf. I : Abb. 4—9), wie an den rückwärts­schwimmenden (Taf. II : Abb. 11 —16) Exemplaren kann die Zahl der Bewegungs­wellen (kurze bzw. lang ausgezogene metachronische Bewegungsperioden) sowie ihre Neigungsrichtung einzelweise zwischen weiten Grenzen variieren. Die Abb. 10 der Taf. I. zeigt z. B. innerhalb beiden Wimperkränzen eindeutig in Richtung des vorderen Pols geneigte Zilien (vermutlich den Mechanismus des Zurückprallens), an den letzten zwei (Taf. II : Abb. 17 und 18) hingegen, können wir zwei interessante Variante der Bewegungskoordination studieren und zwar auf Exemplaren, die im Augenblick der Fixation mit der Einverleibung der Beute (Paramecium) beschäftigt waren. Auf Abb. 17 sehen wir auf der rechten Hälfte des vorderen und hinteren Wimperkranzes nach vorne strudelnde (also eine Rückwärtsbewegung bewirkende) Wellen, auf ihren linken Hälfte ist hin­gegen die Koordination mehr oder minder aufgelöst. Auf Abb. 18 schliesslich bildeten sich auf der rechten Hälfte des äquatoriellen Wimperkranzes nach hin­ten, auf der linken Hälfte aber regelrechte, nach vorne strudelnde Wellenkämme. Es wird die Aufgabe künftiger Untersuchungen sein alle spezielle Variante des koordinierten Zusammenwirkens der lokomotorischen Organellen zu bestimm­ten, tatsächlich beobachteten bzw. registrierten Bahnformen zuordnen. Mit Rücksicht auf die unlängst noch fast allgemein verbreiteten, allzusehr mecha­nistischen Auffassung über die stark beschränkte Bewegungsmöglichkeit der Ziliaten, verdient jedoch bereits die Tatsache und das Ausmass der Variabilität in sich selbst eine besondere Beachtung : die Mannigfaltigkeit der fixierten Koordinationsfälle, die sich oft auch in die lokalverschiedene Ausbildung der metachronischen Wellenkämme äussert, weist auf einen äusserst empfindlich arbeitenden Regulationsmechanismus hin, auf Grund deren auch die Entstehung der bisher registrierten verwickeisten Reizbewegungen befriedigend erklärt werden kann. Gestützt auf die geschilderten Befunde ist es der Mühe wert, schliesslich das Aktionssystem von Didinium und den zugrunde liegenden Zilienmechanis­mus mit jener des Paramecium zu vergleichen. 1. Die spontane Grundbewegungsform der Einzelzilien, auf welcher letzten Endes jede Modifikation der Lokomotion ruht, ist da und auch dort dieselbe : gleichmässige Trichterdrehung von oben gesehen nach links, also dem Uhrzeiger­sinne entgegengesetzt.

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