Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 50. (Budapest 1958)
Havelka, J.: III. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Galeruca Geoffr. (Coleoptera, Chrysomelidae)
III. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Galeruca Geoffr. (Coleoptera, Chrysomelidae) Von J. HAVELKA, Praha Zu Beginn des Jahres 1957 habe ich das Material der Gattung Galeruca Geoffroy aus den Sammlungen des Nationalmuseums in Budapest determiniert und revidiert. In diesem Material habe ich zwei neue Arten der genannten Gattung festgestellt. Es handelt sich um die Art Galeruca (Galeruca) angelae spec. n. aus N. W. Spanien. Diese Art ist sehr nahe verwandt mit der häufigsten Art G. (Galeruca) tanaceti Linné 1758, spec, geogr., aus dem grössten Teil der paläarktischen Region. Die zweite Art Galeruca (Haptoscelis) reitteri spec. n. aus Süd-Turkestan ist mit der weniger häufigen Art G. (Haptoscelis) melanocephala Ponza 1805, spec, geogr., Mittel- und Südeuropa, Dänemark, Finnland, Lappland, Ostpreussen, südlicher Teil des europäischen Russlands, Vorderkaukasus, Schwarzmeer-Küste, verwandt. Die beiden genannten Arten beschreibe ich weiter unten. Die Art Galeruca (Galeruca) angelae spec.n. habe ich mit der Art G. (Galeruca) tanaceli Linné und mit allen bisher bekannten und verwandten Arten verglichen. Zur Bestimmung dieser Arten erhielt ich durchwegs Exemplare in grösserer Menge aus den Sammlungen verschiedener Museen. Es fehlt aber der Vergleich mit dem Typus der Art Adimonia cicatricosa Chevrolat aus Spanien (Montcayo). Diese Chevrola t'sche Art wurde im Jahre 1886 (1. c.) als Synonym auf Grund ungenauer Originalbeschreibung Chevrolat's von J. Weise in die Art Galeruca tanaceti Linné einbezogen. Daher ist es unmöglich zu entscheiden, ob Adimonia cicatricosa eine gültige Art und wie weit mit Galeruca angelae spec n. verwandt ist, oder ob es sich nur um ein Synonym der G. tanaceti handelt. Zum Vergleich der Arten G. angelae und G. tanaceti mit dem Typus Adimonia cicatricosa habe ich bei mehreren Orten angefragt, ob der Chevrola t'sche Typus bisher erhalten ist, erfuhr jedoch nur, dass dieser Typus wahrscheinlich unauffindbar ist (z. B. lt. Bf. Dr. Guy Colas [Museum National d'Histoire Naturelle, Paris] vom 26. IX. 1957 und Dr. R. D. Pop e's [Commonwealth Institute of Entomology c/o British Museum, Natural History, London] vom 31. X. 1957). Die Typen von Chevrolat sind sicher in mehreren Sammlungen vorhanden, doch jetzt schwer feststellbar. Ich führe die Originalbeschreibung Adimonia cicatricosa an, aus welcher hervogeht, dass die Merkmale der Art Galeruca angelae mit der Art Adimonia cicatricosa nur teilweise identisch sind. Nouvelles et Faits Divers, No. 32, 1872, p. 131.: Description de trois nouvelles espèces d'Espagne, par A. Chevrolat. — Février 1872 : „Adimonia cicatricosa. — A. Tanaceti affinis, nigra, nitida, punctata ; capite inter antennas breviter profundeque sulcato, bituberculato ; prothorace lateribus tenue reflexo, medio subangulato, supra foveis tribus subangulatis, lateralibus postice elevatis, glabris ; elytris postice latioribus, margine reflexis, minute et confertim punctatis, interstitiis punctorum praesertim secundum suturam elevatis vel elongatis. — Long. 9 ; lat. 5 ~/ 3 mill. Hispánia, Montcayo." Die Art Galeruca (Haptoscelis) reitteri spec. n. habe ich mit der verwandten Art G. (Haptoscelis ) melanocephala Ponza verglichen, die mir ebenfalls in grösserer Anzahl aus verschiedenen Museen zur Disposition standen. Es ist wichtig anzuführen, dass als wichtiges Merkmal für die Unterscheidung der Untergattung Haptoscelis Weise bisher in allen Schlüsseln die Flügellosigkeit bei der Art G. melanocephala angeführt wurde. Nur Laboissière erwähnt, dass die Flügel bei G. melanocephala ebenso atrophiert sein können. Davon konnte ich mich bisher nicht überzeugen, da meine Exemplare flügellos sind. Meine Art G. reitteri ist in beiden Geschlechtern vollgeflügelt, aber trotzdem muss diese Art infolge mehrere identischen Merkmale und hauptsächlich der Maxillartasterform in die Untergattung Haptoscelis eingeordnet werden.