Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)

Bartha, F. ; Soós, L.: Die pliozäne Molluskenfauna von Balatonszentgyörgy

DIE PLIOZÄNS MOLLUSKENFAUNA VON BALATONSZENTGYÖRGY 53 Fauna die Anwesenheit eines einzigen Exemplares der Art Planorbis confusus erklärt werden, obzwar hier auch jener Umstand in Betracht gezogen werden muss, dass in der Fauna von Öcs der Planorbis confusus sich am meisten dem oligohalinen Wasser angepasst hat. Die derartige Verteilung der landbewohnen­den, limnischen und oligohalinen Arten macht es jedenfalls augenscheinlich, dass Balatonszentgyörgy sich am Ufer des einstigen pannonischen Sees befindet. Im sich versüssenden pannonischen See hat die Micromelania laevis ihre wirklich optimalen Lebensbedingungen vorgefunden. Die Individuenzahl dieser Art allein erreicht fast das Dreifache der Individuenzahl aller übrigen Arten. Das Faunenbild wird durch die Häufigkeit der Goniochylen, der mittelgrossen Melanopsise (M.decollata, M. bouéi affinis), sowie der Art Theodoxus radmanesti charakterisiert. Es ist ein wichtiger Umstand, dass von den Congerien nur die klein­wüchsige C. neumayri in einer kleinen Individuenzahl vorkommt. Die Anzahl der Limnocardium-Avttn ist ziemlich bedeutend, aber auch ihre Individuenzahl ist nicht beträchtlich. Die verhältnismässige Seltenheit der Viviparuse ist ein auffallender Umstand. Das Hervorheben dieser Angaben ist darum von besonde­rer Wichtigkeit, weil in den Congerienschichten des westslawonischen Beckens die Congerien, Limnocardien und Melanopsise als vorherrschende Elemente betrachtet werden müssen, während aus den Paludinenschichten die Congerien und Limnocardien fehlen und die führende Rolle die Viviparuse und einzelne Melanopsis-Arten übernehmen (Neumayr & Paul, 1875). Die Fauna von Balatonszentgyörgy kann mit keiner der beiden Faunen identifiziert werden, es besteht aber kein Zweifel darüber, dass sie zur Fauna der Paludinenschichten näher steht. Die Viviparuse, Melanopsise und Unios des westslawonischen Beckens durchlaufen von der unteren bis zur oberen Paludinenschicht eine eigenartige Entwicklungsreihe — aus Formen mit einem glatten Gehäuse ent­wickeln sich mit Leisten, Kanten und Knoten verzierte Formen. Aus dem glattschaligen Viviparus neumavri entwickelt sich im oberen Paludinenhorizont eine stark skulptierte, an die Tulotoma erinnernde Form amerikanischen Typs, der V. hörnesi. Im ostslawonischen Becken und in Ungarn kann eine derartige Entwicklungslinie der Viviparuse nicht nachgewiesen werden. Von den unga­rischen Unios ist der U. wetzleri bereits eine Form amerikanischen Typs, welche im Balatonszentgyörgy nicht vorkommt, dagegen kann der zu ihr nahestehende U. pucici hier vorgefunden werden. In der Reihe der Viviparuse von Ungarn herrscht der Formenkreis der Stammform V. sadleri vor. Diese glattschalige Form kam auch in Balatonszentgyörgy vor. Nach Neumayr wurde die oben­geschilderte Gestaltung der Entwicklungsgeschichte des slawonischen Beckens dadurch bedingt, dass nach der Ablagerung der Congerienschichten die Verbin­dung zwischen der kleinen westslawonischen Bucht und dem grossen, stärker salziges Wasser führenden See unterbrochen wurde, wodurch die Versüssung in einem rascheren Tempo vor sich ging. Nach seiner Meinung ist die Paralle­lisierung mit dem ungarischen Becken darum schwierig, weil bei uns die Versüs­sung des pannonischen Sees sich langsamer vollzog (Neumayr & Paul, 1875). Der sich auf den ungarischen Becken beziehende Teil der Vorstellungen N e u m a y r s kann unsererseits nicht bekräftigt werden, da weder von dem Gesichtspunkte des Sedimentenwechsels, noch vom Gesichtspunkte der Umge­staltung der Fauna nicht das raschere oder langsamere Tempo der Versüssung, sondern in einem weit grösseren Masse der rasche Wechsel der verschiedenen Fazies als ein entscheidender Faktor betrachtet werden kann. Zufolge der wieder­holt unterbrochenen Sedimentationszyklen könnten sich bei uns nicht so reiche

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