Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)
Bartha, F. ; Soós, L.: Die pliozäne Molluskenfauna von Balatonszentgyörgy
Entwicklungsreihen und Fonnenvarianten entfalten, wie jene, welche im westslawonischen Becken vorgefunden werden können. Wir haben dies bei der Bearbeitung der Fauna von Öcs ausführlich erörtert und mit Angaben bewiesen (Bart ha, 1954.). Von den landbewohnenden Arten kommen alte Faunenelemente in Balatonszentgyörgy nur spärlich vor. Als solche können die im Miozän heimische Art Strobilops tiarula pachychilus und die vom Chattien an bekannte Gattung Triptychia betrachtet werden. Die Triptychien erreichten ihre Blüte im Torton und im Aquitanien, in der levantinischen Stufe sind nur mehr einige Arten dieser Gattung bekannt. Eine charakteristische oberpliozäne kontinentale Art ist die Helicigona pontica (^Helicigona gracilenta Soós). Laut den neuesten Sammlungen ist diese Art in einem sehr weiten Kreise verbreitet. In Tüskevár wurde sie in einer grossen Anzahl vorgefunden, ausserdem ist sie aus der Umgebung von Vasboldogasszony (aus der an der nach Baltavár führenden Strasse gelegenen Sandgrube und aus der Kiesschicht), aus Kissomlyóhegy, aus Vaszar (aus dem Gehöft János,) aus Nagypáli, Zalabesenyő, Zalaegerszeg (aus drei Aufschlüssen), aus Fonyód, Öcs (aus zwei Horizonten) und Balatonszentgyörgy bekannt. Das Vorkommen in Öcs hat darum eine grosse Bedeutung, weil eines der Horizonte in die Periode des zwischen den beiden Ingressionen des oligohalinen Wassers gelegenen Festlandes, das Erscheinen des anderen aber in den Zeitabschnitt des dem mehr salzigen Wasser folgenden Moores fällt. Im Vorkommen von Balatonszentgyörgy kann diese Art auch in zwei Horizonten vorgefunden werden ; sie erscheint in dem mit No. 10. bezeichneten tonigen Horizont und kommt im Horizont No. 8. schon in einer grösseren Individuenzahl vor. Das Erscheinen der Helicigona pontica fällt jedenfalls schon auf das Ende der Congerienperiode. In einem bedeutenden Teile der Vorkommen können mit ihr zusammen weder Congerien, noch Limnocardien vorgefunden werden (Vasboldogasszony, Nagypáli, Zalabesenyő, Zalaegerszeg). Sie wird durch grössere Mengen von Congerien nur im Vorkommen von Fonyód-Bélatelep und in Öcs begleitet. In Balatonszentgyörgy und Tüskevár finden sich nur wenige Congerien und auch die Individuenzahl der Limnocardien ist gering. Interessanterweise kommt sie von den landbewohnenden Arten an den meisten Stellen mit der Art Tacheocampylaea doderleini gemeinsam vor. Das weitverbreitete Vorkommen der Helicigona pontica und ihre bedeutende Veränderlichkeit weisen darauf hin, dass sie eine in einem grossen und zusammenhängenden Gebiete weitverbreitete Art war. Die rezenten Arten, mit welchen sie in einer mehr oder minder bedeutenden Beziehung steht, sind waldbewohnende Formen, welche in der Gegend der Ecke des Adriatischen Meeres auf dem Boden, an Baumstämmen und ausnahmsweise auf Felsen leben. Somit kann angenommen werden, dass auch die Helicigonen der levantinischen Periode waldbewohnende Formen waren, deren Heim in einem mit Teichen unterbrochenen Waldgebiet gelegen haben mag. Den westtransdanubischen Helicigonen—-oder nach einer genaueren taxonomischen Bezeichnung Campylaeen — muss auch darum eine grosse Bedeutung zugeschrieben werden, weil sie eine sich in der rezenten geographischen Verbreitung bemerklich machende Lücke ausfüllen. Der Mittelpunkt der Verbreitung der Campylaeen befindet sich im Grenzgebiete der Ostalpen und der Dinariden. In südlicher Richtung verbreiteten sie sich bis zu den südlichen Gebieten von Griechenland und Italien und bis zu Sizilien, eine ihre Arten drang sogar nach