Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 6. (Budapest 1955)

Erdélyi, J.: Die Mineralien von Bicsad (Sepsibükszád) in Rumänien. II.: Pyroxene, Pseudomorphosen und Granate

und die Bildung der Skelett-Kristalle mit abgerundeten Kanten, lassen ebenfalls auf pneuma­tolytische Wirkungen schliessen. Alle diese nacheinander aultretenden pneumatolytischen Erscheinungen können mit den pneumatolytischen Wirkungen der drei Ausbrüche erklärt werden, die dreierlei verschiedenen Andésite zustandegebracht hatten. In dieser Hinsicht, wie vorerst erwähnt wurde, war der den porösen Andesit zustandebringende dritte Ausbruch der Bedeutendste. Also die Bildung der in den Hohlräumen vorhandenen komplizierten Mineralassoziationen wird von der mehrmals nacheinander auftretenden Pneumatolysen, und den an der Grenze der exogenen Einschlüsse auftretenden Komtakt-wirkungen, gleichwie einer vulkanischen Exhalation erklärt. Das kurze Skizzieren der genetischen Verhältnisse hielt ich für notwendig, denn zur Zeit des Erscheinens meiner ersten Publikation (1) über die »Mineralien von Bicsad« war die Frage der Pyroxene und ihrer Umwandlungsprodukte noch nicht geklärt. In den Folgenden werden Pyroxene, ihre Umwandlungs­produkte und die Granate besprochen. Die in grosser Zahl vorkommenden Pyroxene gehören zu den rhombischen und monoklinen Pyroxenen. 1. Rhombische Pyroxene Die rhombischen Pyroxene kommen in grösster Zahl in den Poren des von vulkanischen Dämpfen druchdrungenen porösen Andesits der oberen Lavendecke in Begleitung von Pseudo­brookit und Hämatit. Ihre schönsten Kristalle entstanden aber an dem Kontakt der exo­genen Sandstein-Einschlüsse und so sind sie zweifellos kontakt-pneumatolytischen Ursprungs. Die in den Poren der effusiven Gesteine vorkommenden rhombischen Pyroxene pneumatoly­tischen und Exhalations-Ursprungs haben zahlreiche bekannte Vorkommen. Infolge ihrer Ähnlichkeit mit denen von Bicsad muss ich einige bedeutendere europäische Vorkommen erwähnen und aus diesen die von ungarischen Forschern beschriebenen besonders hervorheben. Das bekannteste ist das von A. Koch unter dem Name »Szaboit<< beschriebene Mineral (3), dessen Identität mit Hypersthen durch J. Krenner erwiesen wurde (4). Es war gleichfalls K r e n n e r, der den Hypersthen in der Asche des Ausbruchs des Krakatau vom Jahre 1883. bestimmte (5). A. Schmidt beschrieb einen Hypersthen vulkanischen Ur­sprungs aus den Andesiten in der Gegend von Málnás, südlich von Bicsad (6). Die Kristalle des Hypersthens von Bicsad sind zumeist denen von Málnás ähnlich, die Hypersthene von Málnás werden jedoch von Pseudobrookit nicht begleitet. Die in Europa am längsten bekannten vulkanischen Hypersthen-Kristalle wurden von G. v. R a t h aus den vulkanischen Auswürflingen des Laacher Sees unter dem Name Amblystegit beschrieben (7). Ein von Pseudobrookit begleitetes Hypersthen-Vorkommen beschrieb K. Oebbeke aus den Hohlräumen des Trachits von Mont-Dore (8). Diese Kristalle sind dem von Koch und K r e n n e r beschriebenen Szabóit sehr ähnlich. Szabóit wurde auch von A.Lasaulx aus der Aetna beschrieben (9). Aus dem Andesit der Insel Thera (Santorin-Inseln) hat Lacroix pneumatolytische rhombische Pyroxene besprochen (10). Ramdohr fand pneumatolytische, beziehungsweise exogene Quarzeinschlüsse begleitende kontaktpneumatoly­tische rhombische Pyroxene an der Blauen Kuppe (bei Eschwege in Hessen-Nassau) (11). Seiner Meinung nach hat sich der Hypersthen hier aus dem Biotit des Sandsteineinschlusses gebildet und wird von rotbraunen Biotitschuppen begleitet, welche denen von Bicsad ähnlich sind. Diese Vorkommen habe ich nur wegen ihrer grossen Ähnlichkeit mit dem von Bicsad erwähnt. Da die rhombischen Pyroxene isomorphe Mischungen von MgSi0 3 und FeSi0 3 sind, verändern sich alle ihre physikalischen Eigenschaften und Benen­nung mit dem FeO-Gehalt. In Bicsad kommen sie in vier Varietäten vor. Sie sind aber arm in Kristallformen. Mit Winkelmessungen gelang es mir folgende Kristallformen zu bestimmen : a{100}, b{010}, m{110}, i{211}, e{212}, n{120}, u{232}, und * {3.10.0}

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