Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)
Vajda, Gy. ; Backhausz, R.: Nachweis der Antispermine mit Hilfe der zytotropischen Reaktion
Auf Wirkung der Spermaantigene werden auch Präzipitine gebildet. Zum Nachweis der Antispermine wird auch die Abderhalden sehe Reaktion angewandt. Die antikonzeptiöse Wirkung der Antisperminseren wurde von vielen Forschern auch im Tierversuch untersucht. Der gleichen Methode bediente sich auch S с h r e d e r (10), der nachgewiesen hatte, dass das Blutserum der mit Kathodenspermien immunisierten Kaninehen die Begattungsfähigkeit der männlichen Spermien in spezifischer Weise hemmt. Doch nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch wichtig ist das Studium der Antispermine, da die von der Schleimhaut der Scheide und der Gebärmutter resorbierten Spermien im Organismus einzelner Frauen eine Antikörperbildung auslösen können, wobei die erzeugten Antispermine zur Ursache von Unfruchtbarkeit zu werden vermögen. Solche Antistoffe sind im Blutserum bei Virgines nicht nachzuweisen (S z á n t h ó [15]). Freilich darf niemals ausser acht gelassen werden, dass die Unfruchtbarkeit auch mit vielen anderen, anatomischen, konstitutionellen, hormonalen oder alimentären Faktoren in Zusammenhang stehen kann und ebenso spielen von diesem Gesichtspunkt die Zellenzahl des Spermas, die Mobilität der Spermien und der Hyaluronidasegehalt des Samenplasmas eine grosse Rolle. Es ist daher verständlich, dass Franki und К о г о n к а (16) bei der Untersuchung von 94 unfruchtbaren Frauen nur in 18 Fällen Spermaantikörper fanden. Tierversuche und sogar auch an Personen durchgeführte Versuche beweisen, dass durch Spermainjektionen eine temporäre Unfruchtbarkeit herbeigeführt werden kann, während dem sich im Blutserum entsprechende Antikörper nachweisen lassen. Diese Möglichkeit wird von einigen Forschern in Frage gestellt. Von gerichtsärztlichen Gesichtspunkt kann es im gegebenen Falle zu einem äusserst wichtigen Problem werden, ob der untersuchte Fleck vom Sperma stammt und eventuell auch zu welcher Blutgruppe das betreffende Individuum gehört, von welchem es stammte. In ersterem Falle erfolgt die Feststellung durch präzipitierendes, in Kaninchen erzeugtes Immunserum, in letzterem wird das Absorptionsverfahren angewandt. 1 Bei unseren Untersuchungen bemühten wir uns zwei Fragen klarzulegen : 1. Ob die Antispermine eine spezifische zytotropische, phagozytosefördernde Wirkung besitzen und 2. ob eine solche Reaktion sich zum Nachweis der Antispermine gebrauchen lässt? Methodik Den Grundgedanken unserer Versuche entnahmen wir dem der Immunheteroagglutinine in vivo ausgearbeiteten Verfahren von Kritschewski und L e b e d j e w а (17), das von Rubinstein (18) zum Nachweis der normalen Isoagglutinine und von В а с kh a u s z und Vajda (19) zum Nachweis der Rh-Antikörper mit Erfolg angewandt wurde. Das ursprüngliche Verfahren besteht darin, dass Mäusen in die Bauchhöhle Bouillon, dann 6 Stunden später 0,2 cem einer Mischung aus dem zu untersuchenden Serum und eines Blutkörperchensuspension eingespritzt werden. Nach 20 Minuten werden aus dem Exsudat Ausstrichpräparate bereitet und nach Färbung die Erythrophagozytose untersucht. Diese Methode modifizierten wir für die Untersuchung der Rh-Antikörper in der Weise, dass die Bouilloneinspritzung weggelassen und in die Bauchhöhle eine grössere Menge (1,0 cem) sensibilisierte r. Blutkörperchensuspension injiziert wurde, wodurch die Reaktion beschleunigt und empfindlicher gemacht werden konnte. Eine stärkere Erythrophagozytose wurde nur dann beobachtet, wenn dier. Blutkörperchen spezifische Antikörper gebunden hatten. Mit diesem Verfahren gelang es uns, nicht nur im Blutserum, sondern in einzelnen Fällen auch im Harn und in der Milch Antikörper nachzuweisen. Der Nachweis der Antispermine wurde folgenderweise durchgeführt : das zu untersuchende Sperma wurde je nach der Zellenzahl mit physiologischer Kochsalzlösung aufs 2—4fache verdünnt. In gleicher Weise wurde das zu untersuchende Serum verdünnt. Die Sperma- und Serumverdünnungen wurden äi gemischt und davon jeder Maus 1,0 cem intraperitoneal eingespritzt. Da wir bei der Untersuchung der Phagozytose der roten Blutkörperehen sahen, dass die Reaktion nach 3—4 Stunden optimal ist, töteten wir die Tiere auch in dieser Versuchsreihe mit Äther oder Leuchtgas nach dieser Zeit. Zur Ausschaltung der individuellen Schwankungen bei den Mäusen wurden mit je einer Mischung gewöhnlich 4 Mäuse geimpft. Von dem in der Bauchhöhle der Tiere reichlich zu gewinnendem Exsudat wurden Ausstrichpräparate bereitet, nach Trocknung mit Methylalkohol fixiert und mit verdünnter Romanovsky — Giems a-Lösung gefärbt. Bei je einer Maus wurden 400 Zellen abgewählt. Die Zahl der von 100 Exsudatzellen phagozytierten Spermien gab den Grad der Phagozytose an.