Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)

Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)

77 Folgezeit schickte ihm nun auch Haidinger aus dem siebenbürgisehen Face­baja stammende, ähnliche Minerale, in welchen Kitaibe 1 ebenfalls auf dieses unbekannte Element stiess. Seine Beobachtungen teilte K i t a i b e 1 dem Wiener Mineralogen Abbé E s t n e r und später auch Klaproth mit, der K i t a i b e 1 seine Anerkennung brieflich mitteilte. Trotzdem stellte Klaproth im ersten Band seines im Jahre 1795 erschienenen Werkes bei der Besprechung des Bör­zsönyer Erzes nur die Anwesenheit von Bi und S fest! Als er aber später, im Jahre 1802, im dritten Band desselben Werkes die Entdeckung des Tellurs ver­öffentlichte, erwähnte er die Untersuchungen Kitaibe ls mit keinem Wort, obgleich schriftliche Beweise dafür zeugten, dass Kitaibel der wirkliche Ent­decker dieses Elementes war. Deshalb kam es dann auch zwischen ihnen zu einem mehrfachen, scharfen Briefwechsel (10,22), der schliesslich damit endete, dass Klaproth die Priori ät Kitaibe ls anerkannte. Bei der Untersuchung des Erzes aus Börzsöny verfolgte schon H. Rose die richtige Spur, als er 1822 Tellursilber und Tellurwismut, sowie Spuren von Sb und Se nachwies. In der­selben Zeit bestätigte auch Berzelius die Anwesenheit des Tellurs und untersuchte auch Erze skandinavischer Herkunft, die dem aus Börzsöny sehr ähnlich waren; in diesen skandinavischen Erzen fand er aber einen höheren S­Gehalt und nannte diese Minerale Wismuttellurid, bezw. Tellurwismut. Im Jahre 1831 analysierte A. W e h r 1 e das Börzsönyer Mineral und stellte in ihm aussei Bi und Te auch noch Ag und S fest; seine Analyse is aber unvollständig. In seiner 1841 erschienenen Mineralogie benennt H u o t das Erz W e h r 1 e zu Ehren Wehrlit, während Kenngott mit Rücksicht darauf, dass mit derselben Be­zeichnung auch ein aus dem Bükk-Gebirge stammender Peridotit versehen wor­den war, zur Vermeidung von Missverständnissen nach dem deutschen Namen der Gemeinde Börzsöny (Deutsch-Pilsen) die Bezeichnung Pilsenit vorschlug. Nach der mangelhaften Analyse Wehr le s untersuchte L. Sipöcz (31) noch einmal das Börzsönyer Erz; bei dieser Gelegenheit konnte er gleich zwei Proben analysieren, eines von dem auch in der vorliegenden Arbei: untersuchten Exem­plar aus der Sammlung der Budapester Universität, während er die andere Probe aus dem Wiener Museum erhalten hatte. Seine Untersuchungen trugen aber nicht wesentlich zur Lösung der Frage bei, da er in beiden Fällen andere Ergeb­nisse erhielt und da seine errechnete Formel weder mit der Zusammensetzung des sicher ' festgestellten Tetradymi;s (BÚTe,S) in Übereinstimmung gebracht werden konn; e, noch mit dem gut definierten Bi.Te^, noch weniger aber mit den inzwischen beschriebenen verwandten Gliedern, dem Grünlingit und Jóséit. Im Jahre 1933 schlug F. Papp (24) mit der Begründung, die Bezeich­nung Wehrlit wäre nur geeignet Missverständnisse hervorzurufen, der Name Pil­senit aber unbegründet, da ein Ort dieses Namens nicht existiere, zur Unter­scheidung des Minerals die Bezeichnung Börzsönyit vor. Trotz alledem blieb aber die Frage Wehrlit-Pilsenit.Börzsönyit noch immer ungeklärt. So erwies es sich also als notwendig, das fragliche Mineral neuerlich, diesmal aber mit dem Erzmikroskop zu untersuchen, um auch gleichzeitig eine Erklärung für die Ursachen der gelegentlich der Analysen erhaltenen, unsiche­ren Zusammensetzung finden zu können.

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