Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)
78 Die erzmikroskopische Untersuchung. Die mir zur Verfügung stehenden Wehrlit-Exemplare untersuchte ich zum Teil an einem auf die Ebene der vollkommenen Spaltbarkeit senkrecht stehenden Anschliff, zum Teil aber anhand eines unpolierten Spaltblättchens, welches sich zur Kontrolle gewisser Erscheinungen als sehr vorzüglich geeignet erwies. A. An dem aus der Sammlung der Universität stammenden Exemplar war es auf den ersten Blick zu erkennen, dass sein Material nicht als homogen bezeichnet werden kann. Auf Grund genauerer Beobachtungen konnten folgende Komponenten festgestellt werden: Wismuttellurid (Bi 2Te 3 ), Tetradymit (Bi.Jeß), ein weiteres, sich diesen beiden Mineralen anschliessendes isomorphes Glied (Bi 2TeS. 2 ), Wismutglanz (ßi,S : i) und Hessit (AgJe ). Ausserdem waren in geringer Menge auch noch gediegenes Wismut, Petzit [ {Ag,Au) 2Te], Gold und etwas Pyrit nachzuweisen. B. In den Exemplaren des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums waren ebenfalls mehrere Erzgemengteile vorhanden, uzw.: Tetradymit, Wismuttellurid, Wismutglanz, gediegenes Wismut und in geringen Spuren Molybdänit (MoS 2). Die einzelnen Ergebnisse der eingehenden erzmikroskopischen Untersuchungen sind folgende: A. Im mittleren Teil des Anschliffes konnte ziemlich homogenes Erz, etwa als ,,Kern" unterschieden werden, an wélches sich gegen die Ränder zu verwandte Erze in Begleitung akzessorischer Komponenten anschlössen. Eine Skizze des einen Anschliffes ist in Abb. 1 wiedergegeben. Bei der folgenden Besprechung wird die Reihenfolge der in Abb. 1 verwendeten Zahlen beibehalten. Tellurwismut, Bi.,Te 3. Dieses Erz bildet den mittleren Teil des ganzen Erzanschliffes No. 1. Es ist weicher als die umgebenden Erze, welche Eigenschaft schon mit freiem Auge wahrgenommen werden kann. Es lässt sich vortrefflich polieren, doch ein kratzerfreier Anschliff kam: selbst bei grösster Sorgfalt nicht hergestellt werden; seine Spaltbarkeit ist gut auszunehmen. Die Farbe ist ein Cremeweiss, mit merklichem Stich ins Gelbe. Sein Reflexionsvermögen ist sehr hoch und steht dem der gediegenen Metalle sehr nahe. Pleochroismus kaum wahrzunehmen: gelblichweiss — matter-(grau)-weiss. Anisotropieeffekte deutlich, aber nicht leb-