Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Sztrókay, K.: Über den Wehrlit (Pilsenit)
76 ob es überhaupt einen eigenen I\amen verdient. Die weitere Aufgabe lag in der Bestimmung der Gefügeeigenschaften und des paragenetischen Charakters. Als Untersuchungsmaterial lagen mir die in den Budapester Sammlungen aufbewahrten Exemplare vor. Im Besitze des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums befinden sich zwei WehrlitExemplare aus dem Börzsöny-Gebirge : das eine ist ein zinnweisses, dünnes Spaltblättchen von ungefähr 2 cm Durchmesser, das andere ein 2X3 cm grosses, etwas täfeliges Stück mit einigen schlecht entwickelten Kristallflächen. Das dritte Exemplar ist im Besitze des Mineralogisch-PetrcgraphischEn Institutes der Universität: es handelt sich dabei um ein Aggregat derber, an der einen Seite täfeliger, paralleler Flächen mit den Ausmassen 3X3 cm; an dieses Exemplar ist ein etwas propylitisierter Andesit angewachsen. H Brr Direktor L. Tokody und Herr Univ. Professor B. Mauritz, die Leiter der erwähnten Institute besassen nun die LiebensWürdigkeit, die als ,,Unica" bezeichneten Stücke der beiden Sammlungen mir zur Untersuchung zu überlassen, wofür ihnen auch an dieser Stelle mein herzlichster Dank ausgesprochen werden soll.* Die ältere Literatur über den Wehrlit ist in erster Linie in dem zusammenfassenden Werk von H i n t z e und Doelter zu finden. Die dort publizierten Angaben mögen im folgenden kurz zusammengeiasst werden, um sie so mit den notwendig erscheinenden Ergänzungen versehen zu können. In der Nähe der Gemeinde Börzsöny (Komitat Hont), im Tale des KovácsBaches betrieb man vor ungefähr 200 Jahren auch Bergbau. Im propylitisierten Andesit wurde aus dünnen Gängen hydrothermalen Ursprunges Edelmetall-führendes Erz abgebaut. Sehr bald (ungefähr am Ende des XVIII. Jahrhunderts) kam es aber schon zur Einstellung des Bergbaubetriebes und auf den Schutthalden fand man in Begleitung von Schwefelkies und Braunspat als grosse Seltenheit ein zinnweisses, weiches, vollkommen spaltbares Erz. Über dieses Mineral berichtete als erster Ign. v. Born (4); er hielt es für eine Vereinigung von Silber- und Molybdänsulfid und nann'e es ,, Argent molibdique". In seiner Beschreibung erwähnt er auch seine ausgezeichnete Spaltbarkeit, bezw. blätterige Struktur, seinen Glanz und seine geringe Härte. Zur selben Zeit (im Jahne 1778) erhielt auch der ungarische Naturforscher P. Kitaibel von dem Univ. Professor Piller eine Probe aus Börzsöny zur Analyse. Kitaibel stellte in dem Mineral ausser Silber und Wismut noch ein neues, unbekanntes Element fest. In der * Meines Wissens soll auch das Naturhisiorische Museum in Wien noch drei (?) weitere Wehrlit-Exemplare besitzen, von deren Untersuchung aber unter den heutigen Verhältnissen abgesehen werden musste.