Rotarides Mihály - Székessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 37. (Budapest 1944)

Bartha, F.: Richtungen in der Biologie und ihre Beziehungen zur Paläontologie

merksam. Er fasste die durch fliessendes Wasser herbeigeführten Reaktionen folgendermassen zusammen: 1. das Tier haftet an einem festen Gegenstand (es geht zur sessilen Lebensform über), 2. die Mund­höhle der Schale wird grösser, 3. die Schale wird dicker, 4. das Ge­winde wird kürzer (8). Nach Rotarides können bei der langspira­ligen Limnaea stagnalis, sowie auch bei anderen Formen auch andere zur sessilen Lebensweise zwingende Ursachen zu einer erheblichen Kür­zung des Gewindes führen (eine solche Ursache mag die Infektion eines Parasiten oder allzu dichte Flora sein) (65). Das Schalenmaterial des jungen Tieres ist anfangs noch nicht hart, so dass die Schalenform innerhalb der von dem Genotypus gezogenen Grenzen den Forderungen der äusseren Umstände entsprechend Änderungen aufweisen kann. Später ändert sich die Form der ausgebildeten Schale wegen der stär­keren Kalkablagerung nicht mehr. (Vogt zwang junge Exemplare von Limnaea stagnalis auf künstlichem Wege, durch Befestigung von Zementstücken zur sessilen Lebensform, so dass er diese Annahme auch durch Versuche bestätigte.) Nach den Ergebnissen J o h a n n s e n's bedurfte auch der Dar­winismus einer Ergänzung, indem er den Gedanken der Mutation neben den Begriff der Selektion und Isolation aufzunehmen gezwungen war. (Neodarwinismus). Unter dem Einfluss der Entwicklung der Verer­bungslehre aber erhielten die inneren Bedingungen der Entwicklung und die parallelen Entwicklungsreihen auch in der Paläontologie eine bedeutsame Stellung. (K 1 ä h n, W e n z : Bearbeitung des Materials von Steinheim). Der Neodarwinismus hat unter den Biologen auch gegenwärtig zahlreiche Anhänger. Die Schwächen dieser Richtung deckte zuerst Schindewolf auf. Timofeef f —Ressowsky wies nämlich nach, dass die Mu­tationen in spontanen und gleichen Zeitabständen auftreten, so dass sie auf diese Weise unter dem Einfluss der Selektion eine gleichmässige Entwicklung ergeben müssten. Demgegenüber stellte Schindewolf bei der Entwicklung seiner Cephalopoden einen Entwicklungsgang in zwei Phasen fest, eine explosive Formspaltung und eine allmähliche Anpassung. Schindewolf trachtete die Erfahrungen der Genetik und Ontcgnie mit seinen paläoritologischen Ergebnissen in Ein­klang zu bringen. Die Mutationen nimmt er als Mittel der Entwick­lung an, betont aber, dass diese nur im Rahmen der Einzelentwicklung zur Geltung kommen können. Je früher in der Entwicklung die Muta­tion auftritt, umso höhere Kategorienunterschiede können auf diese Weise entstehen (67). J a e k e 1 machte bei der Entwicklung von

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