Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)
Méhely, L.: Archaeo- und Neolacerten. (Erwiederung an die Herren G. A. Boulenger, F. R. S. und Dr. F. Werner)
486 L. v. MÉHELY Diese Zusammenstellung dürfte jedermann überzeugen, dass wir es in L. •reticulata und L. muralis mit zwei besonderen Arten zu thun haben. L. reticulata ist eine phyletisch ältere Form, die selbst als Subspecies nicht zu L. muralis gezogen werden kann. VII. Ist Apáthy a cappadocica eine Latastia? Ich habe für die von Dr. WERNER unlängst beschriebene 1 Lacevta cappadocica die neue Gattung Apdthya aufgestellt.' 2 Herr BOULENGER ist aber der Ansicht, dass diese Art zu Latastia gehört. 3 Das ist ein Irrthum. Laut dem Bestimmungs-Schlüssel des Herrn BOULENGER 4 müsste freilich Apathy a zu Latastia, gezogen werden, bei näherer Untersuchung gewinnt man aber die Uberzeugung, dass dies schon aus dem Grunde unthunlich ist, weil Apdthya viel näher zu Lacerta und Eremias als zu Latastia steht, welche letztere Gattung sich innig an Acanthodactylus anschliesst. Apdthya unterscheidet sich von Lacerta nur durch drei Hauptmerkmale, nämlich durch die unterseits scharfgekielten Zehen, ferner durch die aus 5—'.) grossen, milchweiss gefärbten und schwarz umrandeten Platten zusammengesetzte transparente Scheibe des unteren Augenlides, endlich durch ein winziges, unter dem Nasenloch befindliches Scutum subnasale. 5 Diese Charaktere genügen vollkommen, um Apdthya aus der Gattung der Lacerten auszuscheiden, wenngleich ihr Schädel ein typischer, platycephaler Lacerten-Schädel ist und besonders dem von Lacerta unatolica äusserst nahe steht. Mit Eremias hat Apdthya folgende Charaktere gemein: den dünnen, peitschenförmigen Schwanz ; das in mehrere kleine Platten gegliederte erste Supraocularschild ; den aus mehreren grossen Platten zusammengesetzten Discus palpebralis, der bei einigen Eremias-Arten (z. B. E. guttulata LICHT, und E. pulchella GRAY) in derselben Weise 1 Sitzungsber. Akad. Wien, CXI, 1902, p. 1086 und Zoolog. Jahrbücher, XIX, 1904, p. 332. 2 Pótfűz. Természettud. Közi., XXXIX, 1907, p. 26. 3 Remarks, p. 45. 4 Catal. Lizards Brit. Mus., III, 1887, p. 2. 5 Dieses Schildchen, das mitunter auch bei einigen Lacerten (z. B. Lacerta Horváthi M ÉH .) vorkommt, ist als Rudiment des grossen, alle Eremias Arten kennzeichnenden Subnasale aufzufassen. Bei Eremias ist das Subnasale mit dem unteren Nasofrenale der Lacerten verschmolzen, aber bei einigen Eremias-Arten ist das eigentliche Subnasale entweder durch eine feine Furche (E. Ih'zewalskii STRAUCH) oder durch eine deutliche Naht ( E argus P ALL .) von dem unteren Nasofrenale getrennt.