Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Loczka, J.: Über Mineralchemie

über mineralchemie. 445 der Lava eingeschlossenen Gase würde gewiss zu sehr werthvollen wis­senschaftlichen Resultaten führen. Mit der Untersuchung der Produkte des letzten (1906) Vesuvaus­bruches haben sich zwar mehrere Forscher befasst, aber diese Unter­suchung sollte sich zu einer beständigen, ununterbrochenen Thätigkeit in einer vorher erwähnten und eigens zu diesem Zweck errichteten Anstalt gestalten. Zur Klärung unserer sehr lückenhaften Kenntnisse über die seltenen Erden halte ich es nicht nur für zweckmässig, sondern für dringend nothwendig, dass sich in Europa wenigstens eine Universitäts-Lehrkan­zel ausschliesslich mit der Chemie der seltenen Elemente und Erden befassen würde. Die betreffenden Regierungen würden durch die Errichtung der zur Entwicklung der Mineralchemie nothwendigen Laboratorien nicht nur der Wissenschaft, sondern auch dem praktischen Leben einen gros­sen Dienst leisten. Dass sich in diesen Mineralchemischen Laboratorien — abgesehen von den zu erreichenden wissenschaftlichen Errungenschaf­ten — eine auch das Gemeinwohl der Menschheit in hohem Grade berührende Thätigkeit entwickeln würde, ist ganz gewiss ; hier möchte ich mich z. B. auf das Auerlicht und auf seinen weittragenden volks­wirtschaftlichen Einfluss berufen. Ich glaube, dass mit dem im chemischen Laboratorium geborenen Auerlicht die das Wohl der Menschheit befördernden Eigenschaften der seltenen Erden noch nicht erschöpft sind. Dass die Unkenntniss der Zusammensetzung der Mineralien oder der Gesteine auch staatliche Interessen berühren kann, möchte ich mit einem Fall beleuchten. Im «Budapesti Hirlap» vom 29. Mai 1906 stand unter dem Titel: «Werthvoller Sand» folgender Fall zum lesen: «Die brasilianische Be­gierung kam nicht lange vorher einem interessanten Geheimniss auf die Spur. In der Hafenstadt Prado und deren Umgebung (Provinz Bahia) fiel es schon seit Jahren auf, dass sehr viele ausländische Schiffe mit besonderer Vorliebe als Ballast dortigen Meeressand aufnehmen, manche verfrachteten sogar ganze Schiffsladungen davon und zahlten auch einen bedeutenden Preis dafür. Es verbreitete sich natürlich das Gerücht, dass der Sand goldhältig sei, und die Begierung, durch den Provinz­Gouverneur auf die Sache aufmerksam gemacht, liess den Sand analy­siren, zugleich verbot sie die Ausfuhr desselben. Die Analyse erwies, dass der Sand kaum Spuren edler Metalle enthalte. Die ausländischen Schiffe begannen wieder den Sand auszuführen, die Regierung aber, die den geheimen Werth des Sandes nicht ergründen konnte, belegte den­selben mit einem beträchtlichen Ausfuhrzoll. Den Sand beutete beson-

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