Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1907)

Loczka, J.: Über Mineralchemie

440 josef loczka Bestandtheilen des Minerales nicht nach Valenzen verbunden ist, son­dern dass es eine bis jetzt unbekannte chemische Energie locker bin­det, und dieses Wasser entweicht in den meisten Fällen schon bei niedriger Temperatur: das Constitutionswasser ist nicht als Wasser enthalten, sondern es entsteht aus den in den sauren oder basischen Mineralen enthaltenen Hydroxylgruppen. «Im allgemeinen nimmt man an, dass dasjenige Wasser, das unterhalb der Glühhitze entweicht, Krystallwasser sei, während das­jenige, das erst bei der Glühhitze entsteht, als hervorgegangen aus den im Mineral angenommenen Hydroxylgruppen angesehen wird. Eine scharfe Unterscheidung ist vorläufig nicht durchzuführen. In manchen Fällen kommt es auch vor. dass man den Wassergehalt eines Minerals in Folge der verschiedenartigen Temperatur, in der er flüchtig wird, theis als Constitutions-, theils als Krvstallwasser auffassen muss.» 1 Wie wir sehen, können wir das Krystallwasser und Constitutions­wasser jedes für sich nicht scharf bestimmen. Die Grenze des Ent­weichens der zweiartigen Wasser ist sehr willkürlich angenommen und so ist auch die Deutung der Wobingehörigkeit der durch die Erhitzung erhaltenen Wasserquantität willkürlich und dem zufolge beruht die Formel einzelner wasserhaltiger Minerale hinsichtlich des Wassergehal­tes nicht auf Thatsachen, sondern mehr-weniger auf willkürlicher Inter­pretation. Wir müssen trachten in jedem einzelnen Falle experimentell scharf festzustellen, bei welcher Temperatur alles Krvstallwasser ent­weicht und bei welcher sich das Constitutionswasser zu bilden und zu entweichen anfängt, wenn wir für die wasserhaltigen Minerale richtige Formeln aufstellen wollen. Mit der Natur des Krvstall- und Constitutionswassers und den Ver­änderungen, welche das successive Entweichen desselben im Krystall­molekul hervorruft, haben sich schon mehrere Forscher befasst, ins­besondere M ALLARD, DAMOUR, RINNE U . a. Auf Grund der erhaltenen wichtigen Resultate dieser Forscher müssen Mineralogen und Chemiker Hand in Hand die Frage endgültig zu lösen suchen, ohne welche unsere Anschauungen über die Zusam­mensetzung der wasserhaltigen Minerale undeutlich und irrig bleiben. Ausserdem könnten mehrere noch zu lösende Fragen aufgeführt und mehrere Mineralien aufgezählt werden, deren empirische Zusam­mensetzung, beziehungsweise deren richtige Formeln wir noch nicht 1 Dr. F. KLOCKMANN : Lehrbuch der Mineralogie. II. Aufl. Stuttgart, 1900. p. 221. Kapitel: Krystallwasser.

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