Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 1. (Budapest 1903)

Enderlein, G.: Die Copeognathen des indo-australischen Faunengebietes

COPEOGNATHEN DES IN DO-AUSTRALISCHEN FAUNENGEBIETES. 24'.) und mässig dicht behaart. Behaarung der Yorderliügel vorn etwas gekrümmt. Die beiden Endglieder des Maxillartasters äusserst fein pubescirt (Fig. 50/). Fühlerlänge etwas kürzer als die Hälfte der YorderflügeUänge. Ver­hältniss der Schienen zu den Tarsengliedern beim Prothorakalbein 6:1:1, beim Mesothorakalbein 6:1: IV2 und beim Metathorakalbein 9 : IV2: I 1,2 (#6:1: 1). Yorderflügellänge 1.2 mm. ; Flügelspannung circa 2,8 mm. Körper­länge circa IV2 mm. H inter-Indien : Singapore. Eine grössere Anzahl kurzflügeliger j und zwei geflügelte £ am 30. März 1898 (B ÍRÓ). Die kurzgeflügelten 5 (forma brevipennis) besitzen kurze Flügel­stummel, die mit einzelnen langen Borsten besetzt sind (Fig. öOn? links). Dieser sehr altertliümliche Psocidentypus lebt an Stämmen und spinnt über der Binde grosse weisse Gespinnste (Fig. 506). Trotzdem fast alle Psociden etwas spinnen, besonders als Unterlage zui Eiablage, ist eine derartige Anwendung in solchem grossen Maasstabe erst durch den Sammler dieser Species bekannt geworden. Einen von demselben verfassten ausführlichen Bericht (Rovartani Lapok. Vol. VIII) über die Lebensweise und über son­stige biologische Beobachtungen füge ich in deutscher Uebersetzung an. LUDWIG B ÍRÓ schreibt von Singapore am 30. März 1898: «An Waldrändern, an Wegen, in Gärten fällt schon von weitem hie und da ein Baum auf, dessen Stamm an einer Seite bis zu den Aesten hinauf mit einem feinen, seidig-spinnwebenartigen Gespinnst überzogen ist. Besonders fällt dies nach einem Begen auf, wenn die Binde des Baumes, von dem am Stamme herabsickernden Wasser durchtränkt, sich bräunt, unter dem Gespinnst aber der ganzen Länge nach trocken bleibt. Wenn man das Gespinnst beunruhigt, so bemerkt man flüchtende Gruppen von kleinen Psociden-Larven und Nymphen. Unter denselben sind entwickelte, geflü­gelte Exemplare selten zu sehen, woraus ich schliesse, dass dieselben sofort nach ihrer Entwickelung die Gesellschaft verlassen und an die Gründung einer neuen Colonie schreiten. Man findet viele europäische Psociden ebenfalls in Gesellschaft, sowohl im Larvenzustande, als auch erwachsen; allein sicherlich hat nur der Ueberfluss an Nahrung dieselben vereinigt, denn sie entfalten keinerlei Tbätigkeit, welche ein gemeinschaftliches Ziel anstreben würde. Jetzt habe ich zum erstenmale Gelegen­heit. eine solche Psocidengesellschaft zu beobachten und aus diesem Grunde befasse ich mich eingehender mit derselben. Uebrigens sind mir derlei Gesellschaften nicht ganz neu, denn schon in Neu­Guinea fielen mir dieselben auf, dort aber hatten dieselben zufällig gerade mit den Embiden gemeinschaftlich einen Baumstamm occupirt und ich musste annehmen, dass sie von dem verlassenen Gespinnst derselben Besitz ergriffen hatten. In Singapore aber traf ich die Psociden allein an. Gewöhnlich lassen sie sich an dem Stamme eines Baumes nieder, dessen Krümmung oder überhängende Aeste sie vor dem Begen schützt ; das am Stamm herabsickernde Wasser wird durch das dichte Gespinnst abgehaltén und abgeleitet.

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