Horváth Géza (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 1. (Budapest 1903)

Enderlein, G.: Die Copeognathen des indo-australischen Faunengebietes

286 1 )' GÜNTHER ENDERLEIN unten umgebogen, und die Gegenwart eines Schlosses ist wahrscheinlich, doch ist es nicht sichtbar. Eine Dorsali s sehe ich in no. 98 und 99. Die Adern sind ziemlich dünn ; eine starke Trachea begleitet die Mediana, und eine noch stärkere bildet die Analis. Die ganze Oberfläche des Flügels ist mit weitläufig gestellten Haaren be­setzt: sie entspringen aus deutlichen Bälgen und folgen nicht, wie gewöhnlich, den Adern ; auch der Fransenrand des Flügels, dessen Haare am Hinterrande gegen die Spitze hin viel länger werden, steht nicht in der Randader, die eben nicht vor­handen ist ; die Membran des Flügels ist durchsichtig, unten nicht behaart, aber sehr fein und weitläufig punktirt. Die Unterflügel sind etwas kürzer ( s 9) und schmäler als die oberen, und von ähnlicher Form, ausgenommen, dass die Costa gerade ist; Subcosta (no. 97) deut­lich, aber sehr kurz und plötzlich aufhörend ; Mediana gerade, läuft von der Costa entfernt und gabelt sich vor dem Spitzeadrittel ; der obere Ast geht im stumpfen Winkel gegen den Vorderrand, der untere im ähnlichen Vinkel gegen den Hinter­rand ; beide hören auf. ohne den Rand zu erreichen. Die Submediana entspringt bald nach der Basis der Mediana, giebt vor der Mitte des Flügels einen Ast zur Mediana, so dass hier «eine dreieckige Zelle gebildet wird, und geht dann schräg gegen den Hinterrand, ohne ihn zu erreichen. Alle diese Adern, Subcosta ausge­nommen, sind sehr stark, wesentlich stärker als alle Adern der Oberflügel, und enthalten sehr deutlich eine grosse Trachea. Herr KÜNOW hatte noch eine schräge Analis gezeichnet, die ich in den mir vorliegenden Stücken nicht sehen kann. Die durchsichtige Membran ist ganz mit weitgestellten Härchen besetzt, wie im Ober­flügel, aber feiner und kürzer, wie auch die Fransen, die übrigen in der Basalhälfte der Costa fehlen. Der Hinterfliigel ist nur in no 97 deutlich. Leih kurz, eiförmig; das nur theilweise gehäutete Stück (no. 98) hat auf der Bauchseite eine etwas abstehende, wenig gerundete Platte : der Theil des Leibes näher der Spitze scheint gespalten. Die Rückenseite hat eine grosse, abgerundete Platte, auf der eine Luftblase den Rand Undeutlich macht (es ist wohl nur das nicht abgelegte Ende der Haut des Leibes) ; ein anderes Stück (110. 99) zeigt nur die grosse, quere Bauchplatte, und die Spitze des Leibes gespalten oder tief in der Mitte eingedrückt; das dritte Stück (no. 97) ist ähnlich, aber noch undeutlicher: doch sieht man hier vor der Bauchplatte etwa sieben Segmente angedeutet. Wahr­scheinlich gehören alle drei zu demselben Geschlecht ; ob Männchen ? Es lagen drei Stücke vor ; von einem vierten, in einer Privatsammlung in Berlin, eine Zeichnung von Kopf und Thorax von oben. Ein Stück (no. 98) hat auf der linken Seite die Beine, Taster und Fühler noch in die Nymphenhaut einge­schlossen, und die Flügel blasig aufgetrieben, während auf der rechten Seite das Thier gehäutet ist. Das zweite ist nur bei starker Beleuchtung von oben zu sehen; das dritte hat grosse Blasen unter den Flügeln und im linken Oberflügel die Adern fast gar nicht sichtbar, unerachtet der Flügel frei liegt. Von den übrigen Merk­malen ist die zweispitzige Maxilla nicht sicher. Es ist hier bei keinem Stücke eine genügend starke Vergrösserung anwendbar ; der Innenzahn geht vor der Spitze ab : ob der stumpfe Aussenzahn zweitheilig ist, wie eine Beobachtung zu ergeben schien, bleibt zweifelhaft.» Aus ostpreussischem Bernstein. A. recens n. sp. (Taf. MII. Fig. 50a —i). Körper einfarbig, röthlichbraun. Beine, Fühler, Maxillartaster und Flügel blasser ; Hinterflügel blass bräunlichgelb. Der ganze Körper lang

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