Czére Andrea szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 102-103. (Budapest, 2005)
FRITZ KORENY: Die heilige Margareta. Versuch einer Standortbestimmung
hingegen Karel Stejskal, Zoroslava Drobna, Jaroslav Pesina und Anna Eörsi. 5 Franz Oettinger differenzierte, indem er einen Augsburger Meisters unter böhmischem Einfluß annahm; 6 ähnlich dachte Erwin Mitsch an eine Entstehung „im südwestlichen Ausstrahlungsgebiet der böhmischen Kunst (Bayern oder Salzburg?)". 7 Das weite Spektrum der künstlerischen Zuordnung erklärt sich nicht zuletzt aus der besonderen Problemlage der Kunst der internationalen Gotik. Innerhalb weniger Jahre hatte sich der „Schöne Stil" über Europa ausgebreitet und von Frankreich sowie den Rheinlanden nach Mitteleuropa bis in den Herrschaftsbereich der Luxemburger zu einer erstaunlichen Stilkonformität geführt. Dies trug wohl wesentlich dazu bei, daß sich die Zeichnung, trotz ihrer ausgeprägten stilistischen Merkmale, bisher der entschiedenen lokalen Eingrenzung zu entziehen vermochte. Hinweise mehr allgemeiner Art auf französische Skulptur und franko-flämische Miniaturmalerei* werden unter solchem Gesichtspunkt ebenso verständlich wie die Verknüpfung mit österreichischer oder böhmischer Kunst. Die Zeichnung ist in den Konturen mit Feder und schwarzgrauer Tinte umrissen, in Gesicht und Händen zart rötlich getönt. Subtil ist die Kleidung mit dem Pinsel in fein nuancierten Abtönungen von schwarz bis zu hellstem Grau durchgebildet. Präzise und penibel in den Details, formen Hell-Dunkel Effekte die statuarisch-plastische Wirkung. Die weitgeschwungenen Faltenbahnen des Mantels umhüllen ihre anmutig bewegte, von reich gekräuselten, kaskadenartig fallenden Gewandsäumen umspielte Gestalt. In Haltung und Körpersprache, der zarten Zeichnung von Physiognomie und Haar sowie den fein modellierten, melodisch-harmonisch schwingenden Faltenstrukturen, 21 DIE MADONNA MIT DEN HEILIGEN KATHARINA UND MARGARETA (AUSSCHNITT). LUBOKA NAD VLTAVOU. ALES SÜDBÖHMISCHE GALERIE