Csornay Boldizsár - Dobos Zsuzsa - Varga Ágota - Zakariás János szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 100. (Budapest, 2004)
SZMODISNÉ ESZLÁRY, ÉVA: Über „Salvator incoronatus" Reliefs aus dem toskanischen Kunstkreis
Es ist erwähnenswert, dass der Ehemann von Renée Erdős Lajos Fülep, der Professor der Kunstgeschichte war. Es ist möglich, dass er das Werk einst in Italien, vielleicht gerade in Florenz kaufte. Aufgrund der vorgestellten Werke kann festgestellt werden, dass die „Salvator incoronatus" Darstellungen in der Bildhauerkunst unter der Wirkung der tragbaren niederländischen Diptychen im toskanischen Kunstkreis entstehen konnten. Die Christusdarstellungen auf der heraldischen rechten Seite entstanden im Allgemeinen früher und gehörten vermutlich zu Diptychen. Die Christusdarstellungen, die in der Richtung der linken Seite des Reliefs blicken, stammen unseres Erachtens aus späterer Zeit, weil diese im Falle der gemeinsamen Darstellung auf die heraldische linke Seite kämen. Diese können selbständige „Salvator incoronatus" Reliefs gewesen sein, die bereits ohne Mariendarstellung konzipiert wurden. Wir wollen an dieser Stelle ein Werk erwähnen, das dem Meister der Marmormadonnen zugeschrieben wird und sich im Museo di Palazzo Venezia in Rom befindet. 18 Das ist eine selbständige „Salvator incoronatus" Darstellung, die vermutlich später als die Berliner und Budapester Werke entstand. Die verlängerten Proportionen des Gesichts und des Körperaufbaus, die sanft herunterfallenden Haarlocken zeugen ebenfalls von einer etwas späteren Entstehungszeit. Das Schnitzwerk des Gewands ist vereinfacht und zeigt die entfernte Wirkung der bestimmten, charakteristischen Schnitzweise der späteren Arbeiten. Dieses ist bereits ein später wiederholtes Exemplar des Typus und weist nach, dass dieser unter zahlreichen Meistern im toskanischen Kunstkreis beliebt war und von ihnen neu formuliert wurde. Dieser Typus lebte mehrere Jahrzehnte lang und kann auch in Repliken erhalten geblieben sein. Schließlich wollen wir auf die gesteinskundlichen Untersuchungen eingehen. Diese sollten den Gesteintyp genau feststellen und beschreiben, unter Berücksichtigung des möglichen Hinweises auf die Region des Ursprungs. 19 Der Abschnitt der mit der Untersuchung verbundenen Studie über die Untersuchungsmethoden erwähnte, dass die starke Ähnlichkeit der Textur eine Schwierigkeit bei der Feststellung der Ursprungsorte der einzelnen Marmorarten darstellt. Die Kristallgröße und die besonderen Farben können zur Lösung des Ursprungsorts weiterführen. Aufgrund der verfügbaren Informationen kann der Ursprungsort des Marmors des Reliefs genau nicht identifiziert werden. Die Studie bemerkt jedenfalls, dass verschiedene Marmorsorten in der toskanischen Region auf einer relativ großen 18 Ebd., 148. 19 Török, Á., Szakvélemény a Szépművészeti Múzeum 96.l-es leltári számú „Töviskoronás Krisztus"-t ábrázoló domborművének kőzetanyagáról [Gutachten über den Gesteintyp des „Dornengekrönten Christus" Reliefs mit der Inventarnummer 96.1 im Museum der Bildenden Künste], 1999.