Csornay Boldizsár - Dobos Zsuzsa - Varga Ágota - Zakariás János szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 100. (Budapest, 2004)

SZMODISNÉ ESZLÁRY, ÉVA: Über „Salvator incoronatus" Reliefs aus dem toskanischen Kunstkreis

Es kann an beiden Pariser Kunstwerken beobachtet werden, dass Christus nach der linken Seite des Reliefs blickt. Es war vermutlich eine selbständige Christus­darstellung, zu der kein Marienbild gehört haben dürfte. 11 Da Christus nach einer Einstellung auf der heraldischen rechten Seite komponiert wurde, kann das Budapester Relief - nach unserer Annahme - ein Paar haben, das Maria darstellte. Wir wollen auch die Frage der Lokalisierung des Budapester Reliefs aufwer­fen. Die Christusfigur des Marmorreliefs des Berliner Museums wird dem Meister der Marmormadonnen zugeschrieben. 12 Es ist bei der Schnitzart der in Budapest und in Berlin aufbewahrten Christudar­stellungen bemerkenswert, dass sie sorgfältiger und dekorativer als die der früher vorgestellten Pariser Stücke ist. Am Budapester Relief ist der Faltenwurf, der aus der glatten Fläche des Gewands über der linken Schulter Christi herausragt, beson­ders mit der Formschöpfung des Meisters der Marmormadonnen verwandt. Dies ist eine Eigenschaft, die den Meister der Marmormadonnen prägt, sie lässt sich etwa auch am Sankt Petersburger Madonnenrelief beobachten. 13 An der Kleidung derselben Madonna kann jene rhythmische Ordnung des Faltenwurfs studiert werden, die sowohl am Budapester als auch am Berliner Relief den Gewandteil über der rechten Schulter Christi prägt. Es liegt nicht in unserer Absicht, die Fragen zu den Werken zu entscheiden, die mit dem Namen des Meisters der Marmormadonnen bezeichnet werden und ver­mutlich eine größere Werkstattaktivität abdecken. Wir stellen nur die Frage, ob es begründet war, das Relief des Berliner „Salvator incoronatus" und dessen Paarstück mit dieser Gruppe in Verbindung zu setzen. Wir können feststellen, dass es sowohl im Budapester als auch im Berliner Werk gibt, die dies begründen. Die edlen Proportionen und die klassische Schönheit des Kopfes belegen diese Ansicht noch mehr. Es lohnt sich, an dieser Stelle die edel einfache geschlossene Formschöpfung des Budapester Kunststücks zu erwähnen. Das Berliner Relief ist eleganter und in ge­wissem Maße mehr manieriert. Im Jacquemart-André-Museum in Paris ist jene Madonna der florentinischen Schule aus den Jahren um 1490 zu finden, deren Komposition vom Meister der Marmormadonnen inspiriert wurde. An der Schnitzweise ihres Faltenwurfs kann teilweise diese Wirkung studiert werden, es geht jedoch um ein souveränes Werk. 14 11 Es kann vorkommen, dass die heraldische Ordnung der Darstellung später nicht mehr eingehalten, sondern umgekehrt wird. 12 Wir berufen uns auf die Studie von Zsuzsa Urbach in dieser Ausgabe des Bulletin. 13 Westeuropäische Plastik des 15. und 16. Jahrhunderts in den Museen der Sowjetunion, Leningrad 1988,28. 14 Moureyre-Gavoty (Anm. 3), Kat.-nr. 58.

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