Csornay Boldizsár - Dobos Zsuzsa - Varga Ágota - Zakariás János szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 100. (Budapest, 2004)

SZMODISNÉ ESZLÁRY, ÉVA: Über „Salvator incoronatus" Reliefs aus dem toskanischen Kunstkreis

ÜBER „SALVATOR INCORONATUS" RELIEFS AUS DEM TOSKANISCHEN KUNSTKREIS Eine hervorragende Neuerwerbung der Sammlung Alter Skulpturen ist das Relief aus dem italienischen Kunstbereich, das den mit Dornen gekrönten, tränenden Christus darstellt (Abb. 26). 1 Die Figur Christi wurde leicht nach der rechten Seite des Reliefs abgewandt, brustbildartig abgebildet. Seine Glorie und Haare waren einst vergoldet. Auch Spuren der Grundierung sind zu sehen. Die Glorie, die aus der Oberfläche des Reliefs herausragt, wird durch kreisförmige Vertiefungen geschmückt. Ein profi­lierter, geschnitzter Steinrahmen, der bis zu den Schultern Christi reicht, umgibt die Darstellung. Die Figur, die ein gefaltetes Gewand trägt, füllt von den Schultern bis zur Konsole, die das Relief abschließt, die gesamte Oberfläche aus. Das Haupt Christi wird von wellenartig geschnitzten Haaren umrahmt, die in krausen Locken auf seine Schultern fallen. Sowohl sein Bart als auch Schnurrbart ist lockig. Seine Augen blicken leicht nach unten, wobei er sich die Augenbrauen zusammenzieht. Seine Nase ist von proportionalem, klassischem Schnitt, seine Lippen sind leicht geöffnet. Von seinem Gesichtsausdruck ist tiefgreifende Traurigkeit abzulesen. Sein Haupt ist von einer Krone aus groben, großen Dornen umgeben, die sich tief in die blutende Stirn einprägt. Vom körperlichen und seelischen Schmerz fließen seine Tränen herab. An sei­nem Hals und am oberen Brustkorb, der aus dem Gewand hervorblickt, wölben sich die Knochen und Sehnen. Es besteht ein sonderbarer Widerspruch zwischen der klassischen Schönheit des Gesichts, den dekorativ niederfallenden krausen Locken und dem tiefen Schmerz, der in den Tränen erscheint. Die Darstellung des Gewands in feinen, senkrechten Falten bedeutet einen Ruhepunkt über dem konsolenartigen Abschluss. Der Hals des Gewands ist offen, am Kragen ist eine Quaste zu sehen. 1 Die Studie entstand im Rahmen des Themas T 018408 des Nationalen Wissenschaftlichen Forschungsfonds unter dem Titel Az európai szobrászat emlékei magyar köz- és magángyűjtemé­nyekben ( 13-18. század), [ Werke der europäischen Bildhauerkunst in öffentlichen Sammlungen und in Privatsammlungen in Ungarn. 13-18. Jahrhundert]. Inventarnummer des hier beschriebenen Kunstwerks: 96.1. Es kam durch Kauf aus dem Nachlass von Pál Kadosa ins Museum der Bildenden Künste. Relief aus weißem Marmor, mit Spuren der Vergoldung und Grundierung. Höhe: 38.5 cm, Breite: 27 cm, Tiefe: 7 cm. Die Ecke des unteren Konsolteils ist auf der rechten Seite des Reliefs abgebrochen. Die obere Ecke derselben Seite ist ebenfalls beschädigt.

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