Tátrai Vilmos szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 84. (Budapest, 1996)

ROGGE, SABINE: Griechische Jäger im Museum der Bildenden Künste. Der attische Jagdsarkophag Budapest-Split

Sarkophagforschung als 'Experimentierphase ' gilt. Viele Motive werden in dieser Zeit erstmals verwendet, können sich aber nicht dauerhaft oder längerfristig durchsetzen. Löwenjagd-Sarkophage sind in der attischen Werkstatt somit erheblich früher produ­ziert worden als in der stadtrömischen. Mit der erst gegen 220/230 n. Chr. einsetzen­den stadtrömischen Produktion 75 kann sich die überaus geringe attische jedoch ganz und gar nicht messen. In der attischen Werkstatt sind sowohl im 2. als auch im 3. Jh. n. Chr. Sarkophage hergestellt worden, auf denen Jagdszenen, die offenkundig keinen mythologischen Bezug haben, begegnen. Die kleine Gruppe des 2. Jhs. setzt sich von der ebenso klei­nen Gruppe des 3. Jhs. deutlich ab. Während den Stücken des 2. Jhs. ein festes Bild­schema zugrunde liegt, wartet jedes der Exemplare des 3. Jhs. mit einer völlig neuen Komposition auf. 76 Die stadtrömischen Jagd-Sarkophage mögen eventuell den Impuls für die Schaffung der attischen Exemplare des 3. Jhs. gegeben haben. Dieser Impuls muß aber rein thematischer Art gewesen sein; denn motivisch weisen beide Gruppen keine Gemeinsamkeiten auf. Die attischen Stücke sind offensichtlich allein aus der einheimischen Werkstatt heraus entwickelt worden. Die Zusammenstellung solcher Friese bereitete keine Schwiergkeiten, konnte man doch auf ein reiches Figurenrepertoire zurückgreifen, so z. B. aus dem Bereich der Meleager- und Hippolytos-Sarkophage. Im Prinzip haben wir es hier mit Einzelstücken zu tun. SABINE ROGGE (Münster) 75 Von einigen wenigen Jagdszenen an Sarkophagdeckeln abgesehen, in denen meist Eroten die Jäger sind, finden sich im 2. Jh. auf den stadtrömischen Sk. ausschließlich mythologische Jagddarstellungen, nämlich die Eberjagden der Heroen Meleager, Hippolytos und Adonis; diese waren wiederum im Rück­griff auf griechische Darstellungen dieser Mythen entstanden; s. Andreae (1980) 17-24. Zusammenfas­send zu stadtrömischen Jagd-Sk. K-S (1982) 92-97; Koch, a.O. (Anm. 30) 67-68. 76 Allgemein zum Wechsel von den festen Bildschemata, wie sie im 2. Jh. n.Chr. geläutig waren, zu den ständig sich ändernden Kompositionen des 3. Jhs.: Rogge (1995) 19, 39 und passim. Feste Bild­schemata begegnen im 3. Jh. allenfalls noch auf der vernachlässigten Rs., und zwar auch nur bei der Verwendung von Bildschemata, die im 2. Jh. auf Vs.friesen zu finden waren.

Next

/
Oldalképek
Tartalom