Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

die Bestrebungen der zeitgenössischen französischen Malerei vermittelt haben. Etwas problematischer erscheint die Frage der italienischen Beziehungen. Hage­dorn nennt einmal in Zusammenhang mit Seybold l'Espagnolet, — wobei er Giuseppe Maria Crespi meint —, er spricht auch von den Charakterköpfen eines Nogari u.a. Was er aber von diesen Künstlern, und gelegentlich auch von Piaz­zetta-Stichen vor Augen bekam, kann nicht viel gewesen sein, nach Italien ist er nicht gekommen. Die verschiedenen Inspirationselemente und Einflüsse wußte Seybold auf jeden Fall zu einer stark individuellen, eigenartigen Dar­stellungsart zu verschmelzen. Er beschränkte sich bewußt auf die Wiedergabe der Einzelfigur und bemühte sich vor allem, die Erscheinungen des menschli­chen Charakters und der Empfindungen zu erschliessen/' 0 Im unmittelbaren Kontakt mit der bürgerlichen Sentimentalität, kann er in dieser Beziehung un­bedingt als bahnbrechend gelten, seine Bilder, besonders seine Selbstbildnisse weisen bereits in den vierziger-fünfziger Jahren Stilelemente auf, die dann gegen Ende des Jahrhunderts mit dem bürgerlichen Bildnis domninierend werden; in der Uberwindung der spätbarocken Porträtauffassung scheint er eine entschei­dende Rolle gespielt zu haben. 41 Der Weg zu Meisterwerken, wie Maulbertschs spätes Selbstbildnis in Wien (Ost. Galerie) führt sicherlich über die Aktivität von Seybold. 42 Die wachsende Nachfrage nach dem Bildnis überhaupt, das steigende In­teresse für das Porträt hervorragender Zeitgenossen und so auch für die Bild­nisse der Künstler lassen im 18. Jahrhundert eine eigenartige Sammeltätigkeit aufblühen. In Zusammenhang mit Seybolds Selbstbildnissen möchte ich hier einer besonderen Malerblidnisgalerie gedenken, dem bedeutendsten nördlich der Alpen. Laktanz Graf Firmian (1712—1786), Neffe des Fürstbischofs Leopold Graf Firmian von Salzburg, ein leidenschaftlicher Liebhaber der schönen Künste und selbst Dilettant, hatte nach 1744 in Schloß Leopoldskron eine beträchtliche Bild­nissamlung von den besten Künstlern seiner Zeit, wie auch von denen ver Ver­gangenheit vereint. 1783 werden in seiner Galerie 248 Malerbildnisse von 240 Künstlern erwähnt, bei seinem Tode im Jahre 1786 zählte die Galerie 340 Stücke. 43 Leider kennen wir nur die Liste mit den Malernamen, die Sammlung selbst wurde um 1822—1828 veräußert, die Bilder scheinen größtenteils ver­schollen zu sein. 44 Doch glauben wir, einiges davon identifizieren und auch die sonst wenig bekannte Geschichte der Galerie etwas näher erläutern zu können. 40 Seybolds Werke sind im allgemeinen eher klein, die Leinwandgemälde nicht größer als etwa 95X74, die auf Kupfer gemalten Bilder im Durchschnitt 40X30. Authentische Pastellbilder sind von ihm nicht bekannt, das mit Fragezeichen ihm zugeschriebene Pastellbildnis in Budapest, Inv. Nr.: 53.453 ist stark problematisch, auch konnte bisher keine einzige Zeichnung von seiner Hand nachgewiesen werden. 41 S. in diesem Zusammenhang Sonnenfels' Rede „Von dem Verdienste des Porträtmalers" (a.a.O. IV. S. 358) S. auch K r a f f t, B.: Qualitäten und Individuali­täten in der Bildnistradition. Zur österreichischen Porträtmalerei des 18. Jahrhunderts. Alte und Moderne Kunst, 1980, Nr. 169. S. 5. 42 Es wird nur über einen einzigen Schüler Seybolds berichtet: der Wiener Bild­nismaler Johann Georg Weickert (1743—1799) soll dem gemäß bei ihm studiert haben. 43 S. Moll, E. von: Briefe über eine Reise von Kremsmünster nach Mossheim. Ausführlicher Bericht in Bernouillis Sammlung Kurzer Reisebeschreibungen, 1783, XII. S. 187, dann in Meusels Miscellaneen Artistischen Inhalts 1785 XII. S. 225. S. auch Pill wein, B.: Biographische Schilderung oder Lexikon Salzburgischer... Künstler, Salzburg, 1821. S. 49. 44 S. die Liste in österreichische Kunsttopographie. Die Denkmale des Gerichts­bezirkes Salzburg. XI. Wien, 1916. S. 289, 297. Schloß Leopoldskron wurde 1837 ver­kauft.

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