Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

91. Christian Seybold: Selbstbildnis. Warschau, Nationalmuseum reits in den 40er Jahren nimmt die Formulierung seiner Selbstbildnisse gleich­sam die Periode vorweg, die u.a. durch Anton Graff repräsentiert wird. Er ist nie in höfischer Kleidung dargestellt, trägt nie eine Perücke oder gepudertes Haar, zeigt sich, wie Hagedorn das so schön nennt — stets ,,in eigenen Haaren", was in seiner Zeit beim Auftreten vor der Öffentlichkeit auch für Bürgerliche nicht üblich war. Im Gegensatz zu den typischen spätbarocken Vorstellungen will er nie mehr erscheinen als er ist: ein Maler, ein schaffender Künstler. Die­ser Umstand ist aber immer betont; mit Palette, Pinsel, Staffelei gibt er sich immer als solcher zu erkennen, deshalb erscheint auch auf den kleinen Brust­bildern, wo keine Hand gezeigt wird, die die Werkzeuge halten könnte, der Pinsel hinters Ohr gesteckt. Eine gewisse robuste Natürlichkeit, der Sinn für ein helleres, fröhlicheres Kolorit bei Seybold scheinen auf den Einfluß des Akademiedirektors Jakob van Schuppen zu deuten. Van Schuppen, der nicht nur höfische Bildnisse, sondern Seybold ähnlich auch genremäßige Charakterfiguren malte, mag teilweise auch

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