Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)
GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert
90. Christian Seybold: Selbstbildnis. Wien, Historisches Museum der Stadt Wien seiner Stilentwicklung. Die stets wiederholte Annahme, er wäre lediglich ein Nachahmer Denners gewesen, wird entschieden widerlegt, es zeigt sich deutlich, daß von den verschiedenen Faktoren, die auf seine Kunst Einfluß nahmen, das Vorbild Balthasar Denners nur von partieller Bedeutung war. Es gab auch keine direkte Beziehung zwischen den beiden Künstlern, sie waren einander nie begegnet. Seybold hat einzelne Werke des Hamburgers wahrscheinlich in Wien gekannt, unter anderen die beiden vielgepriesenen Stücke, das Bildnis des Greisen und der alten Frau, die 1723 und 1726 in die kaiserliche Sammlung gelangten. Es war vor allem der Darstellungstyp, die genaue Wiedergabe der Charakterköpfe Denners, die auf Seybold Eindruck machten. Die nüchterne Exaktheit, die von den Zeitgenossen Porenmalerei genannt wurde, hat Seybold teilweise und gelegentlich übernommen, doch ist seine malerische Auffassung, sein Kolorit auch bei den in Denners Art verfaßten Köpfen von der Denners verschieden. Seybolds Stücke sind weicher und reicher in der Farbe, auch bewegter und gelöster. Die paarweise oder in Serien hergestellten Brustbilder von ehrwürdigen Greisen und Matronen, von hübschen Knaben und Mädchen waren einer außerordentlich regen Nachfrage angepaßt, es war wahrscheinlich diese Art von Modestücken, die dem Maler seinen Lebensunterhalt und eine