Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)
GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode
Warschauer Königsschloß und noch früher in den Lemberger Sammlungen Dzieduszynsky und Miaczynski. 7 Die an österreichischen Kunstwerken besonders reiche Miaczynski-Sammlung ist noch Ende des 18. Jahrhunderts entstanden. Die Mehrzahl der Gemälde war von dem Grafen Miaczynski in Wien und Paris erworben. 8 Das Warschauer Gemälde mutet mit seiner warmen Farbgebung, seinen durch Licht und Schatten plastisch modellierten Formen und besonders durch die effektvolle Widergabe der Stoffe und Draperien wie ein höchst qualitätsvolles, eigenhändiges Werk Kupezky an. (Abb. 67). Wir können das Bild leider nicht mit jenem Budapester Exemplar konfrontieren, das seinerzeit E. Safafik, der Monograph Kupezkys aus Budapester Privatbesitz veröffentlicht hatte. Das früher in der Sammlung des Geigenvirtuosen Jenő Hubay befindliche Gemälde ist inzwischen spurlos verschwunden, und läßt sich nur noch nach der Reproduktion und den Äußerungen Safafiks beurteilen. „Ein gut erhaltenes charakteristisches Bildnis von Kupezkys Hand" schrieb damals der Verfasser der Monographie. 9 Das im Vergleich mit dem Warschauer Exemplar um einige Zentimeter kleinere Gemälde (110X89) scheint im Ausdruck besonders lebendig gewesen zu sein (Abb. 68). Die zitierte Variante in Pommersfelden war nach Ansicht von Safafik nur eine Replik davon. In dem Schönbornschen Schloß Pommersfelden waren bereits im 18. Jahrhundert mehrere Werke Kupezkys verzeichnet, das fragliche Bild wird aber weder im Inventar von 1719 noch in dem von 1746 erwähnt, es wird auch nicht in den älteren Beschreibungen der Pommersfeldener Galerie zitiert, auch gibt es keine näheren Angaben über seine Herkunft. 10 Da jedoch eine Anzahl von Dokumenten von den Beziehugen der Schönborn zu Kupezky zeugen und Vizekanzler Friedrich Karl von Schönborn in Wien zu den Mäzenen Kupezkys zählte, ist wohl anzunehmen, daß das Bild aus einem der Schönbornschen Schlösser nach Pommersfelden gelangt ist. 11 Die etwas lahmer anmutende Aus7 Warszawa, Múzeum Narodowe, Inv. Nr. 128 627, öl auf Leinwand, 114,5 x 88. s. National Museum of Warsaw, Catalogue of paintings. Foreign Schools, Warszawa, 1969 I. 204; Chudzikowski, A.: Malarstwo Austriackie, Czeskie, Nemeckie, Wegierskie, 1500—1800, Warszawa, 1964, 50, No. 96. 8 s. Piotrowski, J.: Lwow. Lwow, o. J. 167.' 9 s. Safafik, E. : Joannes Kupezky. Prag, 1928, 94, No. 124, Abb. LXIII. Dieses Bild — möglicherweise aber das Warschauer Exemplar — wird in der Monographie Nyári, S. : Der Porträtmaler Johann Kupetzky, sein Leben und seine Werke, Wien, 1889 117, als im Besitz der Galerie der Kunstfreunde in Krakau erwähnt: „Ein lebensgroßes Porträt, Kniestück, ein Mann in einem dunkelrothen pelzbestzten Sammtschlafrock, gelber, goldgestickter Weste, offenem Halskragen, ein geistvolles, ironisch lächelndes Bonvivantgesicht, das den Bart und Kopfhaar ober der Stirn ... rasiert hat. Er sitzt halb nachläßig mit überschlagenen Beinen auf einem Armstuhl, den rechten Arm in die Seite gestemmt und schaut fest aus dem Bild heraus." 10 In dem 1719 in Bamberg publizierten Katalog, „Fürtrefflicher Gemähld und Bilder-Schatz so in denen Gallerie und Zimmern des Churfürstl. Pommersfeldischen neu-erbauten fürtrefflichen Privat-Schloß zufinden ist . . ." sowie in dem von 1746, werden von Kupezky ein betender Hl. Franz, ein männliches Brustbild in ungarischem Pelz, eine Dame als Hirtin in weißem Atlaskleid, sowie ein Flötenbläser mit Grenadiermütze zitiert. Das Damenbildnis wurde 1867 in Paris veräußert, die anderen drei Bilder befinden stich auch heute noch in Pommersfelden. Das Bildnis mit Baroh Albrecht wird das erste Mal von Th. Frimmel erwähnt, s. Verzeichnis der Gemälde in Gräflich Schönborn-Wiesentheidschem Besitze. Pommersfelden, 1894, 110 Nr. 309, Richtung des Joh. Kupezky. S. auch Safafik, a. a. O. 123 Nr. 291. 11 Zu den Beziehungen Friedrich Karl von Schönborns s. Jack, J. H. : Leben und Werke der Künstler Bambergs. Bamberg, 1823 II. 29; Quellen zur Geschichte des Barocks in Franken unter dem Einfluß des Hauses Schönborn. I —II. Augsburg, 1933, Würzburg 1955.