Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)

GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode

führung (die aber auch Folge der Nachdunkelung sein könnte) deutet darauf­hin, daß man hier mit einer Replik zu tun hat, einer Variante, die von Baron von Albrecht in Wien für Vizekanzler Karl Friedrich von Schönborn geschaffen und ihm verehrt wurde. Konrad Adolph von Albrecht spielte im künstlerischen und wissenschaft­lichen Leben Wiens eine bedeutende Rolle. Er gehörte dem Beamten-Adel an und bekleidete während seiner ereignisreichen Laufbahn in kaiserlichen Diensten mehrere wichtige diplomatische Posten, er war Gesandter in Portugal, kaiserlicher Rat u. a. Bemerkenswerter und auch von nachhaltiger Wirkung war seine Tätigkeit als Berater in Kunst- und wissenschaftlichen Fragen. Laut Zeugnis seines in der Hofbibliothek erhaltenen Manuskripts hatte er eine Reihe von ikonographischen Programmen, Inhalts- und Formen-Konzepten zu den ver­schiedenen Bauunternehmungen unter Kaiser Karl VI. entworfen. Nach seinen Plänen entstand unter anderem die künstlerische Dekoration der Karlskirche, des Pester Invalidenhauses, der Hofbibliothek u. a. Wie aus den vor kurzem veröffentlichten Dokumenten ersichtlich, war er auch bei den Bauunternehmun­gen des Adels als Kunstberater tätig; so wirkte er zum Beispiel bei der künstle­rischen Ausstattung des Questenberg-Schloßes in Jaromefice mit seinen Vor­schlägen mit. 12 Die Entstehungszeit des Albrechtsporträts ist uns leider nicht überliefert, wir können sie nur nach dem Alter des Dargestellten mit einiger Gewissheit be­stimmen. Der 1662 geborene Baron sieht auf dem Bild nicht älter als etwa fünf­zig aus — eher etwas jünger — so daß das Gemälde um 1710, zu Anfang von Kupezkys Wiener Aufenthalt entstanden sein muß. Tracht, und Einstellung entsprechen auch vollkommen den Werken dieser Periode, die ungezwungene und intime Haltung, die bezaubernde Frische des Ausdrucks zeigt eine ähnliche Auffassung wie das mit 1709 bezeichnete Bildnis eines Miniaturmalers, das so­gennante Bruni-Porträt in Prag (Nar. Galerie). Etwas Unmittelbares, eine ge­wisse Spontanäität, die Kunst, den Menschen direkt anzusprechen, kennzeich­net diese Gemälde, Eigenheiten, die bereits von den Zeitgenossen in der Kunst Kupezkys hochgeschätzt wurden, und die auch im allgemeinen in der Bildnis­malerei Europas im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts mit besonderer Stärke in den Vordergrund traten. Die geringe Anzahl der authentisch datierten Werke, wie auch das Fehlen einer Bearbeitung der deutschen und österreichischen Bildnismalerei des 18. Jahrhunderts hindern uns, die Chronologie der in Wien entstandene Kupezky­Bildnisse zu bestimmen und erschweren besonders die Feststellug der genauen Entstehungszeit der einzelnen Werke sowie ihre Position im Rahmen von Ku­pezkys künstlerischer Entwicklung. Dieses Problem begegnet uns auch bei der Identifizierung eines weiteren, bisher unerörterten Wiener Gemäldes von Ku­pezky. Der 1728 verstorbene Regensburger Kupferstecher Andreas Geyer hatte auf einem ziemlich seltenen Stich das Bildnis des kaiserlichen Rates Michael Achatius Kirchner nach Kupezky veröffentlicht. Der Stich wurde zuerst von E. Safafik 1914 besprochen, das Vorbild war damals nicht nachweisbar. 11 '' Doch 12 s. Fidler, P.: Prispevky ke slovniku umelcu a remeslniku 17, a 18. stoleti. Sbornik praci filosofické fakulty . . . Brna, 1974, 78. 1729 im Zinzendorf Schloß vor. Seelovitz, 1729, 1721—1733 in Zusammenhang mit dem Questenberg-Schloß in Jaro­merice erwähnt. Vermählt sich im Jahre 1733. 13 Safafik, E. : Grafické listy podle Jana Kupeckeho. Hollar, 1941 XVII. 11.

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