Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)

BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts

45. Rembrandt : Die Ehebrecherin vor Christus. Köln, Wallraf-Richartz-Museum Rembrandt : A házasságtörő nő Krisztus előtt. Köln, Wallraf-Richartz­Museum und doch von einer geheimen Tragik überschattet, da ihm letzte Erfüllung versagt zu bleiben scheint. Aber es ist das Wesen dieser Kunst und der in ihr wohnenden Paradoxic, dass sie im « Unvollendeten » ein Stadium der inneren Erfüllung und Vollendung erreicht, das anderen, unter glücklicheren Bedingungen schaffenden Künstlern versagt blieb. So bedeutete ein Schritt nach dem andern bei Rembrandt eine kontinuierliche Steigerung, bis zum letzten Atemzug. Die Geschichten von Tobias und Manoah sind nicht das einzige Beispiel, das uns einen Spiegel von Rembrandts Denken vorhält. Es gibt noch viele andere. Eine der ergreifendsten ist die Geschichte von der Ehebrecherin, die sich bis in Rembrandts letzte Schaffensjahre hinzieht. In der ersten Hälfte der Vierzigerjahre arbeitete Rembrandt an dem Thema, das in einer Reihe von Zeichnungen, Kompositions­und Modellstudien, aufscheint (Benesch 531—535). 1G44 entstand als Abschluss der vorbereitenden Arbeiten das ebenso weihevolle wie innige Bild in London. Eigent­lich ist es die Darstellung eines Kircheninnern, in dessen feierlichem Halbdunkel die Szene sich abspielt. Sie wirkt auf den ersten Blick wie Staffage des Raumganzen und enthüllt sich in ihrer Bedeutung erst dem Blick des zu näherer Untersuchung herantretenden Beschauers, dem dabei ein von hoch oben einfallender Lichtstrahl hilft. Die Bildbetrachtung erfolgt also in zwei Etappen. Das bedeutete für Rem­brandt etwas Ungelöstes. In wachsendem Maasse wurde der Mensch das Thema von Rembrandts Darstel­lungen, um in seiner Spätkunst völlig zu dominieren. So kam er am Ende der Fünf­zigerjahre auf das Drama der Ehebrecherin zurück. Er konzertierte sich ausschliess­lich auf die Figurengruppe, die voll innerer Spannung stillhält, die Antwort Christi erwartend. Die Zeichnung in Stockholm Benesch 1038, in reinen starken Umriss­linien gehalten, zeigt die mit dem in den Sand schreibenden Heiland mitlesende

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