Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)

BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts

46. Rembrandt : Die Ehebrecherin vor Christus. München, Staatliche Graphische Sammlung Remtrandt : A házasságtörő nő Krisztus előtt. München. Staatliche Graphische Sammlung Menschengruppe. Dies war eine neue Kompositionsidee, die mit dem Londoner Gemälde kaum etwas gemein hat. Bruegel hatte diese Phase der Erzählung einst in einem Grisaillegerrälde behandelt. Rembrandt aber drängte es, von dem Londo­ner Gemälde als Ausgangspunkt zu einer neuen Lösung zu kommen. So griff er in einer trotz ihrer Kleinheit gewaltigen Rohrfederzeichnung des Wallraf-Richartz­Museums in Köln (Benesch 1046, Abb. 45) die Figurengruppe des Londoner Bildes heraus und unterzog sie nur wenigen, aber für die Spätkunst Rembrandts bezeich­nenden, daher umso bedeutsameren Änderungen. Die Gruppe um Christus ist in dem Gemälde asymmetrisch. Der knieenden Sünderin entsprechen links von Christus nur stehende Männer. Der späte Rembrandt suchte überall Balance und Gleichge­wicht in seinen Kompositionen zu schaffen, deshalb postierte er links von Christus einen sitzenden Zuschauer, der der Ehebrecherin die Waage hält. Er tat dies und liess dabei die Erinnerung an eine Radierung, die um 1652 entstand, wieder lebendig werden. Die Geschichte von der Ehebrecherin gehört zu den Lehren Christi. In der Radie­rung B. 67, genannt « La Petite Tombe », hat er die schönste Darstellung Christi als

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