Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)

BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts

42. Rcmbrandt-Schüler mit Korrekturen des Meisters : Der Abschied des Engels von der Familie des Tobias. Wien, Albertina Rembrandt-tanítvány, a mester javításaival : Az angyal búcsúja Tóbiás családjától. Bécs, Albert ina Das zur völligen Reife gelangte Ergebnis dieses Vorversuchs ist das monumen­tale Rohrfeder blatt der Morgan Library Benesch 893 (Abb. 43). Die Figurengruppe ist in ihr zu einem dichten Relief geschlossen, aus reinen Profil- und En face-Figuren bestehend. Sie ist voll der Spannung und Ergriffenheit der Gruppe der Budapester Zeichnung, aber ohne den Ausdruck des Jähen und Katastrophalen, sondern voll der inneren Gelassenheit und andächtig staunenden Ergebung, mit der die Menschen des späten Rembrandt ein Wunder erleben. Dieses kann nun auch wieder sichtbar ins Bild treten : nicht in Gestalt grotesk veristischer, barock davonwirbelnder Beine, sondern als grosse nackte Engelsgestalt von renaissancehaft klassischem Ebenmaass, die die Stimmung des Übersinnlichen nicht stört, sondern eher steigert. War wissen nicht, was Rembrandt mit dieser Serie von Zeichnungen bezweckte. Vielleicht verfolgte er damit den Gedanken eines Gemäldes, das eine Korrektur sowohl des Louvrebildes wie der Radierung B. 43 bedeutet hätte. In der New Yorker Zeichnung kam der Gedanke zu einem vorläufigen Abschluss. W r ie aber schon eingangs erwähnt, rasteten Bildgedanken bei Rembrandt nie­mals. Sie zeugten aus ihres Schöpfers Kraft heraus immer weiter und spannen sich fort. Verwandte inhaltliche Elemente spielten dabei die Rolle des Trägers und Fortsetzers des formalen Themas wie in der Entwicklung einer Fuge. Eine andere Bibelerzählung, in der ein himmlischer Bote die ergriffenen Menschen verlässt, ist die von Simsons Eltern, Manoah und seinem Weibe, denen der Engel die Geburt eines Sohnes ankündigte (Buch der Richter, Kap. 13).

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