Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)
FRANK STEINMANN: Steindorff in Nubien
auf. „Vom 17-27. März", schreibt Steindorff (siehe Abb. 3), „verweilten wir in dem Kataraktgebiete, das sich von Haifa nach Semne in einer Länge von etwa 60 Kilometern erstreckt, und verwendeten hier unsere Zeit fast ausschliesslich darauf, die Reste altägyptischer Festungen zu untersuchen. ... Von all diesen Festungen sind Planskizzen aufgenommen worden, mit Ausnahme von Semne und Kumne, wo ja die Aufnahmen der LEPSius'schen Expedition vorlagen, denen sich nur Einzelheiten hinzufügen Hessen. Ausser den Festungen beschäftigten uns noch die beiden Heiligthümer von Semne und Kumne, deren von LEPSIUS veröffentlichte Darstellungen und Inschriften verglichen und mehrfach ergänzt werden konnten. ... In der Festung von Uronarti wurde ... eine kleine Kapelle mit schönen Darstellungen entdeckt, die von Thutmosis III. erbaut und dem nubischen Gotte Tetun geweiht war. Dicht dabei wurde ein vortrefflich gearbeiteter und wohlerhaltener Denkstein des Königs Usertesen III. ... gefunden, den er zur Erinnerung an seine Besiegung der im Osten des Nils hausenden Wüstenstämme in seinem 16. Regierungsjahre hier hat aufstellen lassen. Sein Gegenstück stand einst in der Festung von Semne und zählt jetzt zu den Hauptzierden des Berliner Museums." 6 Die Rückreise von Wadi Haifa aus, wiederum per Schiff, begann am 28. März und führte über Gebel Adde, Faras und Abu Simbel nach Qasr Ibrim. „In lbrim\ schreibt Steindorff weiter, „wurde ein kurzer Aufenthalt genommen, die Felsnischen kollationiert und die Stadtruine besucht. Von hier aus gingen wir nach Ambe, wo wir die Inschriften in dem Felsengrabe des Pennet verglichen und die halbwegs zwischen dem Fluss und dem Felsengrabe gelegenen Ziegelgräber, die aus dem Anfange des Neuen Reiches stammten, untersuchten. Die Gräber, deren wir 8 zählten, bestehen, wie ähnliche in Abydos, aus einem viereckigen Unterbau, auf dem sich als Bekrönung eine Pyramide erhebt." 7 Es folgen noch die Stationen Ellesije, Amada, Sebua, Mehendi, Maharraga, Dakka, Dendűr, Kalabsche und Bêt el Wali. Am 18. April war Ankunft in Assuan, wo sich die Reisegesellschaft trennte. Steindorff selbst war am 24. April wieder in Kairo und trat am 28. April von Alexandria aus die Heimreise an. Als Fazit der nubischen Expedition nennt Steindorff unter anderem, daß die ägyptische Baugeschichte namentlich durch die Aufnahme 6 Steindorff, a.a.O. (Anm. 5). S. 230-232. 7 Steindorff, a.a.O. (Anm. 5), S. 234.