Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

FRANK STEINMANN: Steindorff in Nubien

der nubischen Festungen eine wesentliche Bereicherung erfahren habe. Außerdem erwähnt er auch den materiellen Gewinn, der sich sowohl in der großen Zahl fotografischer Aufnahmen (davon allein 500 aus Untemubien) als auch in der Ausbeute an Originaldenkmälern manifestiert. „Aus Nubien", so schreibt Steindorff, „brachten wir mehrere christliche Grabsteine von den Friedhöfen bei Farras und Ibrim mit." 8 Nicht gesondert im Reisebericht er­wähnt, aber gleichfalls „von Prof Steindorffs nubischer Reise" - so die Herkunftsangabe auf den Karteikarten - stammen einige Kleinfunde. 9 Auch die schon erwähnte Stele Sesostris' III. sollte nach Leipzig kommen: „Auch das Hauptstück, die grosse Siegesinschrift Usertesen's III. von Uronarti, die an der Fundstelle zurückgelassen werden musste, ist dank der Vermittlung der Königlich Sächsischen Staatsregierung und des Auswärtigen Amtes uns von der Sudanregierung als Eigentum überlassen worden und wird hoffentlich im nächsten Winter nach Leipzig transportiert werden." 10 Der Transport hat allerdings nicht stattgefunden, weil die Sudanregierung mittlerweile die Sächsische Regierung ersucht hatte, auf das „Eigentum an dem Uronarti stein" zu verzichten. Als Ausgleich wurden meroitische Reliefs angeboten, die Steindorff 1906 in Meroë selbst auswählen konnte. Diese Reliefs sind dann tatsächlich nach Leipzig gekommen, sind jedoch während des II. Weltkrieges im Bombenhagel zerstört worden." Wie schon erwähnt, hatte Steindorff 1912 mit den systematischen Ausgrabungen in Aniba begonnen. Im Verlauf dieser ersten Kampagne wurde, wie er in der Einleitung seiner Aniba-Publikation schreibt, „der ägyptische Friedhof des NR nahezu erledigt; außerdem konnten noch einige kleinere nubische Friedhöfe älterer Zeit in der nächsten Nachbarschaft (als Friedhöfe C, W und SS von mir bezeichnet) untersucht werden. Gegen Ende der Kampagne stießen wir auf einen großen nubischen Friedhof (Friedhof N) der C-Gruppe aus der Zeit des nubischen Mittelalters; da jedoch die Jahreszeit schon weit vorgerückt war und auch unsere Geldmittel erschöpft waren, schien es ratsam, die Arbeit abzubrechen und uns mit einer oberflächlichen ' Steindorff, a.a.O. (Anm. 5/. S. 238; Inv.-Nr. 680-688 (Nr. 681-683 noch vorhanden, die restlichen sind Kriegs­verluste). ' Ein kleines Gefäß aus gebranntem Ton (Inv.-Nr. 1537), ein Armreif aus gebranntem Ton (Inv.-Nr. 1536), beide bei Sarras gefunden, sowie etliche Gefaßscherben (Inv.-Nr. 1500-1534 und 1538-1582, sämtlich Kricgsverlustc). 10 Steindorff, a.a.O. (Anm. 5), S. 238. " Vgl. E. Blumcnthal. Die Leipziger Reliefs aus Meroe, ZÄS 105 (1978). S. 85ff.

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