Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

Während des Hochwassers im Jahre 1956 wurde ein Teil der Kornspeicher in Hercegszántó als provisorisches Wohnhaus in Anspruch genommen. An der Front der zu dieser Zeit leerstehenden Kornspeicher wurde eine Tür angebracht, und die Familie verbrachte wochenlang in diesen Speichern die Nacht. In den letzten Jahrzehnten verlor ein Teil der Kornspeicher seine ursprüngliche Funktion. In vielen Orten wurden in der Vorratskammer des umgebauten Wohnhauses Fächer für das Getreide gezimmert, oder man hat das Korn im Dachboden ausgebreitet. Der im Hof stehende Kornspeicher wurde entweder abgerissen oder zum Hühnerstall umgestaltet. Die Kornspeicher auf Kufen waren vornehmlich in den Schokazendörfern die Donau und Drau entlang in Gebrauch. Die volkreichste, gleichsam schon städtische Siedlung war in dieser Gegend Mohács. In seinem schokazischen Stadtviertel lißt sich die eine oder andere Variante des Kornspeichers auf Kufen fast bei jedem Haus finden. Mit den Meiereien entstanden viele Kornspeicher auch auf der Insel. Wie auch in der Stadt steht er auch hier im Hof, meistens dem Wohnhaus gegenüber, in der Nahe des Straßenzaunes. Auf der Insel befanden sich besonders viele Kornspeicher in den Alsó- und Felsö-Kanda (Nieder- und Ober-Kanda) genannten Teilen, denn hier lebten überwiegend die Schokazen. Auch einige ungarische Familien bauten einen Speicher auf Kufen neben ihrem Stadthaus. Auch bei den Schokazen in Dunaszekcső waren Kornspeicher bekannt. Hier gestaltete sich aber das Schicksal dieses charakteristischen Lagergebäudes auf eine eigentümliche Weise. Ein großer Teil der Schokazen ging im hiesigen Ungartum auf oder übersiedelte noch vor dem ersten Weltkrieg nach Mohács bzw. auf die Insel Mohács. Den Kornspeicher auf Kufen haben aber die Ungarn weiter benutzt. Bei der Ubersiedlung auf die Insel haben die Ungarn samt einigen Schokazenfamilien auch den Kornspeicher mitgebracht. Die zerstreut entstandenen Meiereien wurden um 1950 unter dem Namen Dunafalva in einer Gemeinde zusammengefaßt. Auch in Somberek war die Lage ähnlich, Neben den Schokazen haben hier auch die Serben ihr Getreide in solchen Kornspeichern aufbewahrt. Die Schokazen haben sich bereits um die Jahrhundertwende völlig assimiliert. Die Serben übersiedelten anläßlich der Optionen im Jahre 1920 nach Jugoslawien. Die angesiedelten Deutschen haben sich der Kornspeicher in dem einst von Serben bewohnten, noch heute Szerbgasse genannten Teil auch weiterhin bedient und nennen ihn Fruchtkarb. In den Schokazendörfern die Drau entlang waren die Kornspeicher auf Kufen in Alsószentmárton und Kásád im Gebrauch. Dieses Typ wurde aber bereits um die Jahrhundertwende durch ambar genannte Vorratskammern verdrangt. Heute gibt es in jedem Dorf nur ein Exemplar. In den anderen Gebieten des Komitates Baranya deuten nur einige vereinzelte Angaben auf den Gebrauch des Kornspeichers auf Schlittenkufen hin. Ein einziges Exemplar ist in Nagykozár bei Pécs vorhanden. Einst war es geflochten, später wurde seine Seitenwand mit Ziegeln vermauert. Angeblich wurde er aus Mohács hergebracht. Es ist beachtenswert, daß der Kornspeicher auf Schlittenkufen in den Schokazendörfern südlich der Stadt Pécs völlig unbekannt ist. Er wurde am Oberlauf der Drau nirgends, so auch nicht in den kroatischen Dörfern der Komitate Baranya 88

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