Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Népművészet - népi iparművészet - A Janus Pannonius Múzeum borotvatartói

Die Rasiermesserbehalter des Janus Pannonius Museums Die Bart- und Schnurbarttracht war bei den ungarländischen Leibeigenen der vergangenen Jahrhunderte nicht allgemein. Besonders die Schnurbarttracht begann sich erst nach dem Jahre 1848 in reichlichem Mass zu verbreiten aber auf dem Gebiete von Göcsej in Transdanubien oder bei den Palotzen in Oberungarn rasierte der Bauerntum seinen Schnurbart noch um Ende des neunzehnten Jahrhunderts ab. Rasiermesser benötigte man also auch in den früheren Jahrhunderten, seinem Gebrauch können wir aber beim Bauerntum nur vom Ende des achtzehnten Jahrhunderts nachfolgen. Zur Aufbewahrung des scharfen und feinen Werkzeuges verbreitete sich beim Volk eine Art Holzbüchse von eigentümlicher Form und mit listigem Schloss: der Rasiermesserbehälter (ungarisch borotvatartó). Seinen Ursprung, die Zeit seiner Verbreitung kennen wir nicht. Die ältesten datierten Exemplare, die in den ungarischen Museen behütet werden, stammen aus dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Gewiss wurden diese durch schnitzende Hirten verbreitet, die darin ihre Rasiermesser sowie ihren Alaunstift verwahrten und diesen im Laute ihres an keinen Ort gebundenen Wanderlebens stets bei sich trugen. Ähnlich wie ihre anderen Gebrauchsgegenstände rückten auch die Rasiermesserbehälter unter die schönsten Objekte der Hirtenkunst vor. Die Rasiermesserbehälter verbreiteten sich fasst überall im Land, sind aus dem Grossen Ungarischen Tiefland, aus Oberungarn und aus Siebenbürgen in gleicher Weise bekannt; ihre echte Heimat war aber Transdanubien, vor allem die Komitate Somogy, Zala und Veszprém. Auf Grund unserer Forschungen konnten wir feststellen, dass auch Komitat Baranya für ein hervorragendes Gebiet der Hirtenkunst galt. In der Volkskundlichen Abteilung des Janus Pannonius Museums werden sechzig Rasiermesserbehälter aufbewahrt. Die meisten sammelte man in dem Jahren 1933— 1935. Heute ist der Gegenstand im Komitat Baranya heim Volk nicht mehr zu finden, man erinnert sich nicht einmal an seine Herstellung. Wir erwähnten bereits oben die geschickte Konstruktion der Schlösser an den Behältern. Diese wurden aus zwei Gründen verfertigt. Der erste Grund war, damit kein Uneingeweihter, vor allem kein Kind das gefährliche Werkzeug anrühre; dabei trachteten die schnitzenden Hirten sich auch mit ihrer Geschicklichkeit, mit ihrer Findigkeit zu brüsten. Ein jeder Hirt bemühte sich ein listigeres und witzigeres Schloss zu verfertigen, als der andere; er war stolz, wenn niemand außer ihm selbst den Behälter öffnen konnte. Die in unserer Sammlung vorkommenden Schlösser reihten wir um der leichteren Übersieht halber in zehn Typen ein otellen. Die Herkunftsorte Keine Komplizierte Lage das. Die meisten wurden am südlichen Teil des Komitats, auf dem Gebiet des Ormánság gesammelt, wo die Viehzucht allgemeiner, und das Hirtenleben bedeutsamer war. Zur Verzierungstechnik gehörte das Meißeln und in Zusammenhang damit das Färben mit farbigem Siegellack, das man mit heißem Messer in die tief eingravierten Furchen eindrückte (ungarisch spanyolozás). Ritz- und Relieftechnik verwandele 375

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