Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Wandlungstendenzen des ungarischen Bauernhofes in den letzten 100 Jahren
Das architektonische Modell der autarken, in geringem Masse für den Markt produzierenden Bauernwirtschaft in dieser Zeitperiode kann folgendermaßen dargestellt werden: das Wohnhaus ist nicht geeignet für Lagerungszwecke, es gibt mehrere Wirtschaftsgebäude mit vielen bestimmten Funktionen, sie stehen gesondert im Hof oder einige von ihnen außerhalb des Dorfes. II. Periode. Die 1930er Jahre Nach der Agrarkrise der Jahrhundertwende und nach der Weltw irtschaftskrise gelang es dem Bauerntum, mit I lilfe elastischer Anpassung an die Bedürfnisse des Binnen- und Weltmarktes wieder emporzukommen. Dies hatte die Spezialisierung des Produktionssystems zur Folge; so erhielten bestimmte Produktionszweige immer mehr Bedeutung im Wirtschaftssystem, so z.B. die Getreidezucht, die Milch- und Fleischproduktion, der Anbau spezieller Pflanzenkulturen (Paprika, Zw iebel, übst und Gemüse, Tabak, Industriepflanzen). Maschinen erschienen in der Produktion und Aufarbeitung, die Mehrzahl der Arbeitsgeräte war Fabrikware. Man strebte nicht mehr nach Selbstbewirtschaftung und Speicherung, die Marktproduktion wurde dominant; sie wurde auch durch die sich entwickelnden Handelsorganisationen, durch Absatzorgane, durch die Verbesserung der Transportmöglichkeiten und durch günstige finanzielle Umstände gefördert. Infolge der Produktion dieser Art verminderte sich der Speicherbedarf, so sind einige Gebäude für Lagerung und Verarbeitung verschwunden. Das Bauerntum wurde weiter stark differenziert; in den Dörfern gab es freie Arbeitskräfte, so wurde die Modernisierung der IVoduktion und der IYoduktionsmittel gehemmt. All diese Faktoren führten zu einer grundlegenden Veränderung des architektonischen Modells der Gehöfte. Das Wohnhaus wurde aus modernem Material größer gebaut, unter seinem Dach wurden mehrere Räume ausgestaltet. Eine Stube im Haus, die "reine Stube", diente repräsentativen Zwecken, der Laubengang ist erschienen, Arbeitsvorgänge wie Kochen, Backen und Räuchern wurden in der vom Wohnhaus abgesonderten Sommerküche durch geführt. Infolge des modernen Baumaterials wurde der Dachboden des Hauses fester und war zur Lagerung von Materialen (Getreide, Mais) geeignet. In Bauernwirtschaften, wo die Getreidezucht dominierte, sind die Getreidespeicher in allen Varianten auch weiterhin von großer Bedeutung. Man baute größere Ställe , meistens an das Wohnhaus unter gemeinsamem Dach, hier wurden die Zugpferde und das Milchvieh gehalten. In den Mittelgebirgen dienten die Scheunen zu dieser Zeit ausschließlich der Lagerung von Futter. Das Trocknen und die Lagerung von Futtermais geschah in der Maisscheune. An das Wohnhaus, unter gemeinsamem Dach, wurden mehrere Kammern angebaut. Im Hof erscheint der Schweinestall, aus Holz und Balken gebaut, für die Zucht von neuen Schweinesorten (Mangaliza, ungarisches Fettschwein, englisches Fleischschwein). Man findet überall mehr Geflügelställe. Die stärkste Bautendenz der Zeit ist der Aneinanderbau von 1 laus und Stall sowie von anderen Wirtschaftsgebäuden. Öfters findet man Gebäudekomplexe, wo Schweinestall-Geflügelstall-MaisscheuneGetreidekammer an- und übereinander gebaut worden sind. 241