Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Wandlungstendenzen des ungarischen Bauernhofes in den letzten 100 Jahren
Die Milch- und Fleischproduktion betreibenden Bauernwirtschaften entwickelten sich in Gegenden, wo es keine Möglichkeit des Getreideanbaus gab. in erster Linie im Einzugsgebiet von Konservenfabriken und Meiereien, in der nähe den Großstädten. Meistens waren dies Bauernwirtschaften von gemischtem Produktionscharakter, in denen die Milch- und Fleischproduktion dominant war. Charakteristische Gebäude in diesen Bauernwirtschaften waren die riesigen '/jegetStälle, worin 30 bis 40 Kühe, 8 bis 10 Pferde untergebracht, und Schweineställe, in denen 20 bis 40 Mastschweine gezüchtet wurden. Die intensive Bebauung der Weiden war zur Sicherung des Futterbedarfs unentbehrlich geworden. Der Firtrag von Hackfrüchten und anderen Futterpflanzen (Mais, Kartoffeln, Rüben, Wicke, Klee) nahm immer größeren Raum ein. Der Speicherung von Futter dienten die erneuerte und vergrößerte Scheune, der Dachboden des Stalls, die Maisscheune, die Kartoffelgruben, die Futterkammer im Hause. Parallel mit der Verminderung des Selbstbewirtschaftungsbedarfs verschwinden die alten kleinen Gebäude, Bienenhaus, Dörrhütte, Rauchhaus, Schafstall und Zicgenstall usw. Andererseits aber hatte jeder Hof einen eigenen Brunnen, meistens mit moderner Ausrüstung, um dem Viehbestand frisches Wasser zu sichern und für die Menschen das Trinkwasser zu besorgen. In den spezialisierten Wirtschaften findet man einige Gebäude in neuer Funktion, so z.B. das Tabaktrockenhaus, die Zwiebeltrockenkammer, den Weinkeller unter dem Haus oder auf dem Hof. Infolge städtischer Einflüsse und mit dem Aufkommen repräsentativer Bedürfnisse bestand in diesen Jahren eine starke Tendenz, den Wohntrakt und die unmittelbar dazugehörenden Raunte von den Wirtschaftsgebäuden zu trennen. So wurden das Wohnhaus, die Sommerküche, der Brunnen oder auch die Kammer an der Straßenseite des Hofes gebaut. Im Hinterhof, der durch den Stall oder die Scheune begrenzt wurde, standen die Gebäude für die Viehzucht und die Getreidespeicher. Diese Art der Separierung wurde auch von den Behörden aus ästhetischen und hygienischen Gründen gefördert. Die Lebensstrategie der Familie richtete sich auch weiterhin auf zusätzlichen Landerwerb und auf die Vermehrung des Viehbestandes, aber auch llrbanisationsbedürfnisse traten auf (die Modernisierung des Wohnhauses, die Veränderung der Tracht), die Lebensweise verbesserte sich (Fahrrad, Motorrad, Arbeitsmaschinen, industriell hergestellte Arbeitsgeräte). Das architektonische Modell des Bauernhofes in den 30er und 40er Jahren kann folgenderweise charakterisiert werden: die Flurgebäude verschwinden, die Zahl der Gebäude des I lofes sinkt, sie werden teils anders gestaltet, und diese Veränderungen führten zugleich zu einer Wirtschaftsführung, die weniger Arbeitskräfte erforderte. III. Periode. Das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts In dieser Zeit existiert der Bauernhof, der Schauplatz der Bauernwirtschaft, unter völlig veränderten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen. In den Jahren 1950 bis 1960 wird das Privateigentum aufgehoben. LPGs werden gegründet, die die Gerätschaft, den Viehbestand und das Ackerland der Bauern 242