Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)
Település - népi építészet - Wandlungstendenzen des ungarischen Bauernhofes in den letzten 100 Jahren
keinen Schornstein oder nur einen offenen Kamin, hier gab es eine Feuerstelle und einen Backofen zugleich. Die Modernisierung des Wohnhauses begann in dieser Periode, wurde aber erst um das Ende des Jahrhunderts vollendet. Das größte und wichtigste Wirtschaftsgebäude in den Mittelgebirgen und Hügellandschaften ist die Scheune, worin nach der Ernte die Getreidegarben untergebracht waren, die später mit Hilfe von Dreschflegeln auf der Tenne oder in der Mitte der Scheune gedroschen wurden. Mit der Verbreitung der Dreschmaschinen hat die Funktion der Scheune eine Veränderung erlebt, dieser Prozess ging aber erst nach dem I. Weltkrieg zu Ende. Die Scheune stand immer vom Wohnhaus gesondert, öfters Abb. 65. Sparherd aus Lehm in der Küche im unter einem Dach mit dem Stall. In den Dorf Hidas (Foto: Ibolya BERECZKI1 weizentragenden Tiefländern und Hügellandschaften standen die nicht mehr zeitgemäßen Getreidengruben dem Wohnhaus gegenüber, ebenso die infolge der Getreidekultur sich weiter vermehrenden speziellen Getreidespeicher, in denen die zu verkaufenden Getreidesorten abgesondert und sicher verwahrt werden konnten. Die Maisscheune wurde zu dieser Zeit meistens aus Flechtwerk gebaut. In der Linie des Hauses oder ihm gegenüber standen die Kammern mit verschiedenen Funktionen, dahinter die Gebäude zur Heuaufbewahrung. Linter den Gebäuden für Viehzucht war der Stall am wichtigsten, der zu dieser Zeit von kleinem Format war; in ihm wurden die Zugtiere gehalten, aber auch das Milchvieh. Das Zuchtvieh und Mastvieh wurden zu dieser Zeit meistens auf der Weide mit extensiver Haltung gezüchtet. Jeder Bauernhof hatte einen Schweinestall, wo Schweine für den eigenen Bedarf an Fleisch, Speck und Schmalz gezüchtet wurden. Eine Marktproduktion kam nur selten und sporadisch vor. Die Bedürfnisse des Marktes und des Exports wurden durch Schweineherden, die auf der Weide gehalten wurden, gesättigt. Geflügelställe gab es damals im ganzen Lande nur an einigen Orten, die Hühner saßen in der Nacht auf den Bäumen. In einigen Dörfern, besonders im Hof der Kleinhäusler, findet man Ställe für ein paar Ziegen oder Schafe. Die Bienenzucht und die damit verbundenen Bienenhäuser wurden durch den Mangel an Fabrikzucker hervorgerufen. Die Gebäude für Verarbeitung und Dienstleistung zeigen eine regional unterschiedliche Zusammensetzung, sie stehen auf dem Hof oder im Garten. Hierzu gehören Backhäuser, Waschküche, Holzschuppen, Wagenscheune, Dörrhütte und Brunnen. 240