Cseri Miklós - Horváth Anita - Szabó Zsuzsanna (szerk.): Entdecken Sie das ländliche Ungarn!, Museumsführer (Szentendre, Ungarisches Freilichtmuseum Szentendre, 2007)
II Marktflecken in Oberland
Bauweise je nach Ortschaft. Die Wohnhäuser in schmalen Höfen wiesen unterschiedliche Grundrisse auf und wurden oft mit Weinhaus, Keller oder Werkstatt ergänzt. Oben waren die mit Kachelofen geheizte Stube und die Küche mit einem Ofen. Das Presshaus mit Balkendecke oder das gewölbte Kelterhaus betritt man vom Hof oder von der Straße her Die wertvollen Möbel, das anspruchsvolle Keramikund Glasgeschirr und die schönen Textilien zeugen von einer Lebensweise, die sich deutlich von den übrigen Einrichtungen des Dorfes abhob. erzählen von höchstens 5000 Einwohnern auf. Mehr als 20 % der Stadtbewohner waren Zunftmitglieder Die einzigartige Weinkultur wurde zur Triebkraft der Stadtentwicklung. Der Tokajer Weißwein (ein Hungaricum] und die Rotweine von Gyöngyös waren auch im Ausland beliebt. Die Weinbauern genossen Privilegien: ein neu angepflanzter Weingarten blieb 12 Jahre lang steuerfrei. Die unterste soziale Gruppe im Marktflecken waren die Tagelöhner Höher im Rang stand der Weinbauer im Rechtsstatus eines Leibeigenen, der auch einem Gewerbe nachging. Zur Schicht der Weinhändler gehörten Ladenbesitzer und Kaufleute, die mit dem Weinhandel reich geworden waren. Die adligen Besitzer der Weinberge lebten nicht ständig in den Marktflecken, aber ihre Häuser oder Zehntenhäuser waren bestimmende Elemente des Stadtbildes. Die Gebäude stellen die Steinbauarchitektur vom 17- bis zum 19. Jahrhundert dar Qualität und Bearbeitung der lokalen Gesteine bestimmten die