Cseri Miklós - Horváth Anita - Szabó Zsuzsanna (szerk.): Entdecken Sie das ländliche Ungarn!, Museumsführer (Szentendre, Ungarisches Freilichtmuseum Szentendre, 2007)

II Marktflecken in Oberland - II-1 Wohnhaus, Tállya

11-4 Wohnhaus, Erdőbénye I "Wer hat noch nicht gebadet?" so mag im Winter 1906 beim Stiefelmeister Árpád Merczi in Tállya gefragt worden sein. Hier können wir das regelmäßige samstägliche Baden der Familie beobachten. Zu dieser Zeit wohn­ten zwei Familien im Haus, wie wiederholte Male während sei­ner Geschichte. Im vorderen Teil lebte die Witwe eines wohlha­benden Bürgers, Károly Bodo. Ihre Möbel befinden sich in den ersten zwei Stuben. Sie zeu­gen von bürgerlichem Wohlstand. Zierstück der Stube ist ein Kon­soltisch mit Marmor­platte neben der Tür Darauf steht eine bemal­te Karaffe mit Gläsern, darüber hängt ein Spie­gel. An den Einrich­tungsgegenständen erkennen wir den Stil der Epoche mit den typischen Merkmalen des Jugendstils: Wellenlinien auf pflanzlichen oder geometrischen Motiven, Stilisierung und betont lebhafte Farben. Der Stiefelmacher bewohnte die hintere Stube mit seiner Frau und seinen Kindern. In Tállya ließen sich im 12. Jahr­hundert Wallonen aus Nord­frankreich nieder Der Name deutet auf das französische Wort .tailles": Schnitt, bzw. Rodung. Die Ortschaft galt als einer der zen­tralen Marktflecken der Region Tokaj-Hegyalja. Das genaue

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