Cseri Miklós, Kósa László, T. Bereczki Ibolya szerk.: Paraszti múlt és jelen az ezredfordulón - A Magyar Néprajzi Társaság 2000. október 10-12. között megrendezett néprajzi vándorgyűlésének előadásai (Szentendre: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Magyar Néprajzi Társaság, 2000)

K. CSILLÉRY Klára: Tér- és időszemlélet a mátraalmási (szuhahutai) famunkásoknál

Umgebung- und Zeitwahrnehmung bei den Holzarbeitern von Mátraalmás (Szuhahuta) KLÁRA K. CSILLÉRY Diese Veröffentlichung basiert auf einer Feldstudie, die die Autorin um 1950 in dem Dorf Mátraalmás (vormals Szuhahuta) durchführte, wo die im 18 Jh. angesiedelte slowakische Bevölkerung von der Holzgeräte-Herstellung lebte und wo eine Schule erst im Jahre 1913 eröffnet wurde. Da diese Handwerker ihre Produkte meistens selbst von Dorf zu Dorf auf die Märkte brachten, waren Kenntnisse der breiteren regionalen geographischen Gegebenheiten unverzichtbar und überstiegen so um ein vielfaches die entsprechende Kenntnisse in den umliegenden Dörfern. Die Einprägung einer mentalen Landkarte fing schon im Kindesalter an. In Gesprächen untereinander wurden die Reiserouten im Vergleich zu Terrainhöhe bzw. den bekannteren Ortschaften besprochen: Es wurde z.B. gesagt, dass sie „oben" oder „in Richtung von Tarján" waren. Der Wechsel der Jahreszeiten bestimmte am stärksten die Zeitwahrnehmung. Die Arbeitsleistung des Tages richtete sich nach dem gegebenen natürlichen Licht. Als das Arbeitstempo innerhalb eines Jahres bestimmender Faktor fungierten hauptsächlich die Zeitpunkte der besuchten Märkte. Die Reihenfolge der hergestellten Geräte folgte dem zeitlichen Ablauf der bäuerlichen Arbeiten: Hauen- und Sensenstiel, Rechen wurden im Frühjahr gemacht, wogegen Hanfbreche, Spindel, Spinnrocken im Herbst. Die Arbeitszeit wurde nicht in Stunden gemessen, sondern vom Arbeitsaufwand bestimmt. Jeder kannte aber die Erwartungen der Gemeinschaft in Bezug auf die Gerätetypen und bemühte sich daher, diese zu erfüllen, denn er wusste, seine Leistungen - ob er schnell oder langsam, bzw. gut oder schlecht arbeitetet - wurden von den anderen wahrgenommen. Für die Bevölkerung von Mátraalmás bedeutete die geschichtliche Vergangenheit im wesentlichen nur die durch mündlichen Überlieferung erhaltene und etwa 150 Jahre zurückgehende Dorfgeschichte, wogegen die Zukunft lediglich aus den kurzfristigen Plänen der Familien bzw. aus voraussehbaren Ereignissen bestand. In der Zusammenfassung weist die Autorin auf Fragen und noch zu bewerkstelligenden Aufgaben hin, die mit dieser Studie im Zusammenhang stehen.

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