Cseri Miklós szerk.: A Nyugat-Dunántúl népi építészete - A Velemben, 1995 május 29-31-én megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szombathely: Szabadtéri Néprajzi Múzeum: Savaria Múzeum, 1995)
MAYER Vera: A ház- és udvarformák változása Dél-Burgenlandban a 20.században
mehrere Phasen zu unterscheiden, wobei sich hier unterschiedliche Entwicklugen, zumindest in der ersten Phase zwischen dem Bauernhaus im Norden und Süden des Landes beobachten lassen, was auf das Siedlungscharakter und unterschiedliche Wirtschaftsarten zurückzuführen ist. In den lockeren Siedlungen des südlichen Burgenlandws ging der Trend schon mit Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ausbau von Dreiseit- und Vierseithöfen mit einer überdachten Einfahrt. Der Wohntrakt beihelt anfangs seinen Giebal, seit den 20er Jahrhunderts kam es dann zur Ausbildung eines einheitlichrn, traufseitig uir Straße verlaufenden Daches mit Breitfassade. Im nördlichen Burgenland erfolgte die Entwicklung zum Breitfassadenhaus bei den bäuerlichen Bauten erstseit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Entstehung eines straßenseitigen Quertraktes und der damit in Zusammenhang stehenden Mehrseithöfe ist als Resultat sozioökönömischer Entwicklung, als Zeichen wirtschaftlichen Aufstiegsd und wachsender Prosperität, als Folge der Sozial- und Wirtsahaftreformen des 18, und 19. Jahrhunderts zu betrachten. Der Trend vom Giebel- zum Breitfassadenhaus beweist, daß bei der Entwicklung ländlicher Architektur neben den wirtschaftlichen und sozioökonomischen Faktoren vor allem der Einfluß von Urbanisierung, städtischer und herrschaftlicher Achitekturtrends, Prestige und Vergleichsdenken und auch die Gesetzgebung eine weitaus wichtigere Rolle spielen als die Ethnizität. Der Trend zu einer Breitfassade setzte im Burgenland bis in die Nachkriegszeit fort, wo in den letzten Jahrzehnten auch ein moderner Typus eines Breitfassadenhauses etstanden ist. Die Umandlung des Gibelhauses in ein Breitfassadenhaus hat in den letzten fünzig Jahren das traditionelleStraßenbild vor allem im nördlichen und mittleren Burgenland, im sülichen Burgenland dann in den größeren Orten wesentlich verändert. Die Breitfassade beherrscht heute das Straßenbild der ländlichen Siedlungen nicht nur im Burgenland, sondern auch in Niederösterreich (Wernviertel, Wiener Becken) und sogar bis nach Mittelmähren und die Südslowakei, nach Ungarn und in das südliche Siebenbürgen. Die vertikale Erweiterung des Hauses Die vertikale Erweiterung des Hauses ist ebenfalls ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche, soziale und gesrllschafliche Stellung des Bauherren. Das ländliche Haus im burgenländischen, Raum wurde lange Zeit in erster Linie horizontal erweitert. Die Ebenerdigkeit gilt sogar als wichtiges Zeichen des pannonischen Hauses. Erst in der Nachkriegszeit haben die modernen, meist zweigeschossigen, in den Ballungszentren auch mehrgeschossigen Neubauten das traditionelle burgenländische Ortsbild mit seinen ebenerdigen Giebelhäusern auffallend verändert. Bei entwicklungsgeschichtlicher Betrachtung älterer Hausformen sehen wir allerdings, daß sich der Trend zum Geschoß im Burgenland schon viel früher, wenn auch unauffälliger, in den Ackerbürgerstädten beim Bürger-Handwerker- und Weinhauerhaus bemerkbar machte. Allgemein verlief die vertikale Erweiterung des Hauses in zwei Richtungen, wobei die Lage des Hauptraumes, meist des Wohnraumes, für eine derartige Gliederung als Ausgangssituation genommen werden kann; die Erweiterung im Aufriß erfolgte entweder von unten, oder durch die Entstehung des zusätzlichen Raumes über dem Hauptraum. Der Umbau des Dachbodens zu einem bewohnbaren Dachgeschoß ist auch heute ein Weg, beim Streckhof manchmal sogar die einzige Möglichkeit, den Wohnraum zu erweitern und den neuen Wohnerfordernissen anzupassen. Die Neubauten in den 60er und 70er Jahren werden beinahe immer vertikal gegliedert. Neuere Haustypen Die Form das Steildachhausas auf einem Kreuzgrundriß ist schon seit einigen Jahrhunderten im europäischen Bauwesen verankert und wird in der volkskundlichen Literatur als Haustypus mit Eckflurgrundriß bezeichnet. Als in den 30er Jahren das Stadtrandsiedlungshaus aktuell wurde, erwies sich deese Hausform auch für die Fabrikarbeiter in Österreich als besonders geeignet, da die Kleinsiedlerhäuser einfach und ohne teuere Spezialbaustoffe und Einrichtungen erbaut werden sollten. Derartige Siedlungshäuser aus der Zwischen- und Nachkriegszeit befinden sich auch im Burgenland. Im Bungalow findet der Wandel vom reinen Nutzbau wie etwa dem Steildachhaus der 50er Jahre zum repräsentativen Haus seinen Ausdruck. Trotz vieler Kritiken daß dre offene Bauweise wesentlich zur