Cseri Miklós szerk.: Dél-Dunántúl népi építészete - A Pécsváradon 1991. május 6-8 között megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Pécs: Szabadtéri Néprajzi Múzeum, Janus Pannonius Múzeum, 1991)

H. Csukás Györgyi: A mernyei uradalom épületei a 18-19. században

DIE GEBÄUDE DES MERNYEER HERRSCHAFTSGUTES IM 18-19. JAHRHUNDERT Der Aufsatz beschäftigt sich mit der Bautätigkeit und dem Gebäudebestand des Mernyeer Herschaftsgutes auf Grund archivarischer Quellen. Die Besitzungen des etwa 50000 Joch umfassenden transdanubischen Herrschaftsgutes lagen in drei verschiedenen Gebieten: die zentralen Güter im Komitat Somogy und im angrenzenden Teil des Komitats Tolna entlang des Flusses Kapos, und zwischen den Flüssen Kapos und Koppány; im südlichen Teil des Komitats Somogy, neben Szigetvár; auf dem Plattenseeoberland. Bis 1806 gehörte das Herrschaftsgut dem Stuhlweißenburger Kustos, dem Bewahrer der Krö­nungsinsignien. Dann geriet es durch königliche Donation in den Besitz des Piaristenordens, um die Erhaltung seiner Klöster und Schulen zu sichern. Die Bauten der Epoche des Kustodiatus kennen wir aus einem mit gefärbten Zeichnungen illustrierten Inventar aus 1774, und aus einer 1804 zusammengefaßten Konskription. Die Kustoden vernachlässigten ihre Güter, ihre Führung überließen sie Pächtern. Der Kustodiatus hinterließ ein zurückgebliebenes Wirtschaftssystem, primitive Wirtschaftsgebäude, und einen im Baumaterial, in der Bakonstruktion und seiner Sub­stanz sehr heterogenen Gebäudebestand. Im letzten Drittel des 18. Jh. waren im ganzen Herrschartsgut Ständerbauten mit Flechtwerk­wänden verbreitet, in manchen Distrikten war diese Bauweise sogar ausschließlich. Auf dem Plattenseeoberland waren aber 1774 bereits zahlreiche Steinbauten vorhanden, bis zur Jahrhun­dertwende wurde dort die Steinbauweise herrschend. In den zentralen Somogyer Distrikten begann die Lehmstampfbauweise den Holzbau zu verdrängen. Die Verwendung von Lehmzie­geln und Ziegelsteinen beschränkte sich auf die bedeutendsten Gebäude, bei denen vor allem die von Gewölbebogen getragenen Schornsteine aus Ziegeln gemauert worden sind. Die Mehr­heit der Häuser hatte aber der lokalen Tradition entspechend eine Rauchküche. Alle Räume der Häuser hatten einen separaten Eingang vom Hof. Auf den Planzeichnungen sind mehrere Häuser mit breiter Traufe oder auf Holzstützen ruhendem Laubengang dargestellt. Die Gebäude wurden zumeist mit Stroh, in den sumpfigen Gegenden mit Schilfrohr gedeckt. Der Piaristenorden entwickelte systematisch die Meierhofwirtschaft, demzufolge vermehrte die Zahl der Meierhofknechte. Er war bestrebt die entsprechenden Gebäude für die entwickeltere Wirtschaft zu sichern. Ziegelöfen, Kalköfen, Sägemühlen wurden in Betrieb gesetzt, die Bauma­terialien wurden möglichst innerhalb des Herrschaftsgutes gesichert. Die Piaristen hörten mit der auf der Zimmermannssachkenntnis der Müller und auf Fronarbeit besierenden früheren Bauweise auf. Von den 1830-er Jahren an wurden die Bauarbeiten von den im Herrschaftsgut angestellten oder in den nahen Dörfern lebenden Maurermeistern und Zimmerleuten ausgeführt. Wir verfügen über zahlreiche Planzeichnungen, Kostenüberschläge und Verträge, aus denen die Organisation der Bautätigkeit der Domäne verfolgt werden kann. Die Gebäude wurden nach Möglichkeit aus festen Materialien gebaut: auf dem Plattenseeober­land aus Stein, südlich vom Plattensee aus Ziegel. In den in Somogy liegenden Distrikten wurden aber auch oft Lehmziegel- und Lehmstampfbauten gebaut. Die Gebäude wurden mit Schaub, seltener mit Schilfrohr, Holzschindel gedeckt, mit der Zeit nahm aber der Dachziegel immer mehr an Bedeutung zu. Anstelle der früheren, aus Hartholz behauenen, geschnitzten Decken wurden aus gekauftem Nadelholz verfertigte, leichtere Decken - immer häufiger ohne Grundbalken ­gebaut. Die neuen Baumaterialien, die sich durch die Tätigkeit der Maurer und Zimmerleute einbürgern­den entwickelteren Baukonstruktionen,! die/sorsohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrem Grundriß abweichenden Gebäude (wie z. B. die aus mehreren Wohneinheiten bestehenden, langen Gesin­dehäuser) entfernten die Bauweise des Herrschaftsgutes immer mehr von der lokalen Volksarchi­tektur. Infolge der ständigen finanziellen Schwierigkeiten bei den Investitionen, der relativen Armut der Piaristendomäne blieb aber die traditionelle Bauweise in den entfernt liegenden Meier-

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