Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 14. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2001)

SZŰCS JUDIT: Ház-család-ipar

HAUS-FAMILIE-GEWERBE Die Wohnhäuser in den Dörfern und Marktflecken der Großen Tiefebene waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts oft mit Werkstatt und/oder Laden ausges­tattet. (In den letzten 10-15 Jahren finden wir diese Kombination wieder immer häufiger vor.) Der Meister gestaltete die Einheit von Haus-Familie­Gewerbe entweder in seinem eigenen oder in einem gemieteten Haus. Die Schmiedemeister aus Szentes, István Nyiri und sein Sohn, Lajos gehörten zu zwei Generationen. Das Verhältnis von Meister-Gehilfe­Lehrling-Familie führe ich am Beispiel von Lajos vor. Nachher lesen wir über die Lehr- und Gehilfenjahre von László Fekete, dem Sohn eines Bauern aus Csongrád, wie er seinen Platz jeweils in der Familie des Meisters gefunden hatte. Die Stiefelmacherfamilie Fejes aus Félegyháza bewahrte Zunfttraditionen bis zu den 1930er Jahren, wobei die im Hause wohnenden Lehrlinge, Gehilfen und Teilaufgaben ausführenden weiblichen Familienmitglieder eine besondere Einheit bildeten. Flórián Szücs, der aus Zenta ohne Vermögen nach Szentes gezogene Bäcker errichtete in gemieteten Räumlichkeiten zweimal für eine kurze Zeit seine Bäckerei, die auf Arbeitsteilung in der Familie gegrün­det war. Tóbiás Szuszik kaufte sich ein Haus aus der Erbschaft seiner Frau in Pálmonostor, wo er eine dör­fliche Barbierstube errichtete. (Seine Kinder bevorzugten die Stadt, wollten studieren, statt das Gewerbe weiterzuführen.) Die Söhne des alten Bauers, Domokos aus Csongrád eröffneten einen Fleischer- und Selcherladen. Wirtschaft und Gewerbe lebten voneinan­der. Die Wirtschaft lieferte einen Teil der Waren und aus dem Gewinn des Geschäfts wurde Land gekauft. Dazu war die strenge Ordnung der Arbeitsteilung innerhalb der Familie praktiziert. Bei der Familie Bánfi in Tömörkény (in der Nähe von Csongrád) arbeiteten Vater und Sohn, Pál und Balázs als Zimmermann-Maurer. Die Auftraggeber empfangen sie zu Hause und im Winter arbeiteten sie in der Werkstatt, die zu ihrem Haus gehörte. Der Sohn war bei seinem Onkel Gehilfe, der ebenfalls Zimmermann-Maurer war. In der Familie Pintér richtete der Vater, Márton, seine Tischlerei im Stadthaus der Familie in Csongrád ein. Das Leben der Familie jedoch spielte sich unabhängig davon ab. Später eröffnete hier sein Sohn, János eine Bäckerei. Er heiratete die Tochter einer Bäckerfamilie und beteiligte sich an der Arbeitsteilung der Familie. Seine Kinder lernten nicht den selben Beruf. Lénárd Gresso, sein Sohn Antal und sein Enkel, ebenfalls Lénárd wohnten und arbeiteten im selben Haus in Csongrád als Seilmacher. Der Enkel brachte seinen beiden Söhnen das Gewerbe bei, sie wählten jedoch einen anderen Broterwerb. Auch Gastwirte hatten in ihrem eigenen Haus Gaststuben. Ihre Familien beteiligten sich an der Bedienung der Gäste. So auch die studierten Söhne der Familie Kaszanitzky in Csongrád. Die Wandermeister und -photographen integrierten sich ins Leben der Familien in den Bauernhöfen für einige Stunden oder Tage bei der Ausübung ihres Berufs. Es läßt sich feststellen, dass sich die Gewerbetreibenden in den Dörfern und Marktflecken der Großen Tiefebene ohne oder mit wenig Kapital, jedoch die Dreiheit von Wohnort-Familie­Gewerbe/Werkstatt ausnutzend, ernähren konnten.

Next

/
Oldalképek
Tartalom