Kecskés Péter (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum Közleményei 2. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1984)
Közlemények - ZENTAI TÜNDE-SABJÁN TIBOR: Az őcsényi ház bontása
Tünde, Zentai—Tibor, Sabján: DIE ABBAUARBEITEN DES WOHNHAUSES VON ÖCSÉNY Das Wohnhaus von Öcsény ist ein Gebäude von grosser Bedeutung der Region Süd-Transdanubiens im Freilichtmuseum zu Szentendre. Mit seiner Wiederaufbau im Museum wird die Volksbaukultur, die bäuerliche Wohnkultur und Lebensweise der Region Sárköz (Komitat Tolna) im 19. Jahrhundert verewigt. Die Verfasser (Zentai, Tünde Ethnograph, Sabján, Tibor Architekt) veröffentlichen in der vorliegenden Studie die Untersuchungen im Laufe der Abbauarbeiten des Hauses. Das quellenmässige Material bildet den Hauptteil des Artikels, dazu kommt die Bewertung der Angaben, und eine rekonstruierte Geschichte des Hauses. Die Einführung betont die grundlegende Wichtigkeit der im Laufe der Abbauarbeiten erhaltenen Angaben für die Untersuchungen der Volksbaukultur. In diesem Teil wird die Bedeutung des Hauses aus Öcsény innerhalb der Region Sárköz und in der ganzen ungarischen Wohnkultur bestimmt. Es wird festgestellt, dass das Haus von Öcsény die spätmittelalterlichen Traditionen der Baukultur der ungarischen Tiefebene konserviert hat. Das Haus ist Stampfbau, die Wohnräume wurden durch Kachelöfen geheizt. Die Öfen hatten ihre Heizöffnungen, die zugleich auch als Rauchabzug dienten, in der Küche mit Freikamin. Vor der Heizöffnung stand eine Lehmziegelwand, welche auch als Kochplatz funktionierte. In der Küche befand sich ein Ofen, mit seiner Höhle in die Wand hineingetieft. Die Türe der auchfreien Stuben öffneten sich aus der Küche. Die Einführung beschäftigt sich mit der einstigen Familie, die im Haus lebte, und beschreibt letztens die Geschichte, wie das Haus fürs Museum ausgewählt wurde. Das I. Kapitel gibt eine technische Dokumentation des Hauses aus der Zeit vor den Abbrucharbeiten, aus dem Jahre 1976. Die wichtigen, entscheidenden Elemente des Hauses haben von 1916 bis 1976 keine Änderung gelitten. Das II. Kapitel beschreibt die Abbauarbeiten. Hier werden die entdeckten Spuren ausführlich dokumentiert, in Chronologie gestellt, ihre Zusammenhänge analysiert. Anschliessend wird die Entwicklungsgeschichte des Hauses dargestellt, die aneinanderfolgenden Periode seiner Entwicklung skizziert. Man kann die einzelnen Perioden seit der Mitte des 19ten Jahrhunderts datieren. Unter ihnen ist der Umbau im Jahre 1872 am bedeutendsten. Wir können die Zusammenhänge aller wichtigen Teilen des Hauses aus dem Jahre 1872 ergreifen. Die Giebelmauer mit der Aufschrift 1872 ist erhaltengeblieben, sowie die Decken- und Dachkonstruktion und der Hausflur mit seinen klassizistischen Pfleilern. Die Feuerstellen des Hauses aus dem Jahre 1872 sind authentisch rekonstruierbar, unter ihnen der Kachelofen mit Datum und Inschrift. Wir haben einen Wandkasten und eine Eckbank mit Namen und Datum versehen, beide aus dem Jahre 1872. Die Einteilung des Hauses war damals: Stube — Küche — Stube — Küche — Kammer — Viehstall — Wagenschuppen — Kammer. Das Wohnhaus von Öcsény wird im Freilichtmuseum zu Szentendre im Zustand vom 1872 wiederaufgebaut. Es ist uns gelungen, die Zusammensetzung der Bewohnerfamilie, und die durch sie gebrauchte Einrichtung aus diesem Jahr zu rekonstruiren, sowie die altersgleichen Haushalts- und Wirtschaftsgeräte im Dorf Öcsény einzusammeln. So kann das künftig wiederaufgebaute und eingerichtete Haus aus Öcsény die traditionelle Kultur der Dörfer von Sárköz in einer, in Ungarn ungewöhnlich früheren Zeitalter widerspiegeln. Anhand von Erfahrungen der Abbauarbeiten können wir feststellen, dass wir die Perioden der Entwicklung des Hauses durch die Freilegungen rekonstruiert haben, und so können wir den authentischen Wiederaufbau des Hauses durchführen, seinen Zustand vor 110 Jahren widerspiegeln. Witerhin haben wir bedutendes Quellenmaterial bekommen, welches für die Archéologie, sowie für die Volkskunde brauchbar ist.