Csaplár Ferenc szerk.: Lajos Kassák / Reklame und moderne Typografie (1999)

Ferenc Csaplár: Lajos Kassák, der Buch- und Werbegestalter

Falak - Bruits (Wände, Geräusche) um 1920 / Kat. 3. te danach mit dem Unterschied, daß die beiden in Rot ge­haltenen Buchstaben den Titel bildeten und die künstleri­sche Richtungsanzeige quer darüber um einiges kleiner und schwarz gedruckt verlief. Wie Doesburg wünschte auch der Typograf Kassák auf eine Veränderung aufmerksam zu machen; der neue Titelkopf zierte die Hefte, in denen er das Werk einzelner ungarischer, deutscher, französischer, rus­sischer und schweizer bildender Künstler präsentierte und damit eine Intensivierung der internationalen Orientiertheit der „Ma" signalisierte. Die Verwendung des auf Doesburgs Idee zurückgehen­den Emblems gab Kassák ausgerechnet bei der typografi­schen Gestaltung des Heftes auf, in welchem das Werk des bildenden Künstlers Doesburg vorgestellt wurde. 1 5 Den Blick­fang für das Titelblatt formte er durch die Verwendung un­terschiedlicher Typen und Grade bei den beiden Buchstaben von „Ma", noch dazu in der Weise, daß im Gegensatz zur Konvention der zweite Buchstabe größer gehalten wurde. Di­esem typografischen Spiel, das auf den Titelblättern der Fol­genummern immer neue Varianten hervorbrachte, war eine mit dem Titel „Typografie" in der Mai-Nummer 1922 der Zeitschrift erschienene Komposition vorausgegangen. 1 6 Das Ensemble aus schwarzen und roten, kleinen und großen, la­teinischen und gotischen Buchstaben, Wörtern, Zahlen und Wortfragmenten sowie Druckerzeichen, das den Eindruck freier Bewegung und wechselseitiger Unabhängigkeit evo­ziert, gehört zu der 1921 entstandenen Reihe, die teils als Kreation der bildenden Kunst, teils als Buchumschlagsgrafik funktioniert. Die einzelnen Stücke der Reihe repräsentierten die verschiedenen Stationen des Übergangs vom Futuris­mus und von Dada zum Konstruktivismus, von der Nutzung der in der Chaotik und der Zufälligkeit verborgenen ästheti­schen Möglichkeiten bis zur Bindung an das Prinzip der Ra­tionalität. Ein Teil davon erinnert an die Welt der „freien Wör­ter" von Marinetti. Auf den italienischen Bezug deutet zudem eine Entlehnung hin. Der Titel und die französischsprachigen Textpartien der Buchstabenkomposition „Falak - Bruits" (Wände - Geräusche) 1 7 stammen aus dem Text des 1913 erschienenen Manifests „La peinture des sons, des bruits et des odeurs" von Carlo di Carra. Die typografische Komposi­67

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