Déry Tibor: Knockout úr útijegyzetei. Elbeszélések 1930–1942. Erzählungen aus den Reiseerlebnisse des Mr. Knockout (Déry Archívum 3. Petőfi Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)
Deutsche Texte
Angefangen mit den im Jahre 1934 geschriebenen Flüchtigen Eindrücken in Spanien begann eine neue Serie der Erzählungen. Sie hängen einerseits mit einer Schaffensreise nach Mallorca (wo der zweite Band des grossen Romans Der unvollendete Satz entstand) und mit neuen sozialen Erlebnissen des Schriftstellers in seiner Heimat zusammen. Im Gegensatz zu den früheren Erzählungen des Mr. Knockout, die seinerzeit auf Ungarisch fast unbekannt blieben, wurde ein bedeutender Teil dieser neuen Novellen auch in der ungarischen Presse veröffentlicht. Obwohl einige von ihnen - besonders diejenigen, die eine unmittelbare persönliche Beziehung hatten (z. B. Referat über einen alltäglichen Tag, Ein Sonntagsnachmittag mit Hunden) - blieben sie für das nur Ungarisch lesenden Publikum auch im Weiterem unbekannt. (Im ersten, ungarischsprachigen Teil unserer Sammlung haben wir die künstlerischen Übersetzungen dieser Schriften präsentiert.) Im Dezember 1938 gab es einen weiteren Wendepunkt im Déry's Leben. Er wurde von dem höchsten Forum der ungarischen juristischen Behörde wegen der Übersetzung des Buches von André Gide Retour de l'URSS (das für ein kommunistisches Propagandawerk betrachtet wurde) für ein zweimonatliches Gefängnis verurteilt. Nach diesem politisch akzentuierten Urteil, das anschliessend gleich durchgeführt wurde, konnte Déry nicht mehr als unabhängiger Schriftsteller existieren. Er war auch als Jude aus der öffentlichen Presse ausgeschlossen - und zu einem anonymen Existieren gezwungen. So zog er sich in eine „freiwillige" und innere Emigration zurück - mit der festen Entscheidung: keine weiteren originalen Werke mehr zu schreiben und publizieren. Als einzige Ausnahme blieb das Asyl des Pester Lloyd. Trotz den Judengesetzen hat Dezső Keresztury auch im Weiteren Déry's Schriften beansprucht. (Es ist wahr - unter einem Pseudonym von Theodor Dániel.) Unser Band wird mit einer Filmnovelle unter dem Titel Huhn bleibt Huhn abgeschlossen. Sie stammt aus den Berliner Jahren und war nach einer Idee von Ladislaus Moholy-Nagy geschrieben. Sie ist beredsames Andenken an die Freundschaft zwischen Déry und dem berühmten Künstler der BauhausBewegung. Sie waren seit Anfang der zwanziger Jahre miteinander bekannt. Nach semer Skandinavien-Reise hat Déry monatelang bei Moholy-Nagy gewohnt und war von den optischen - und Filmexperimenten seines Gastgebers höchst begeistert. Der Inhalt des Bandes haben wir in chronologischer Reihenfolge geordnet. Dies hängt aber nicht immer direkt mit der Ersterscheinung der Werke zusamman. Wie wir am Beispiel der Berliner Erzählungen gesehen haben: die Mehrzahl dieser Schriften konnte nur nach mehreren Jahren ihrer Entstehung das Tageslicht erblicken. Anders gesagt: die Reihenfolge der Novellen gaben wir in der Kenntnis der Tätigkeit des Schriftstellers zusammengestellt -