Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)

Erzählungen

- Die Mitgift! - sagte er und verschlang den Vater der Braut. Dann ihre Mutter. Der Bräutigam, der Monteur in Afrika war, entging ebensowenig seinem Schicksal und auch die Braut sank mit viel Ergebung in den Tod, wie eine gewählte, aber welkende Gartenblume. Die übriggebliebenen Mitglieder der Gesellschaft flohen in die hängenden Gärten, auf dem Kampfplatz blieb nur ein Schosshund zurück, kroch auf den Tisch, beugte den Kopf zu der leisen Erdbeercreme. - Bleib stehen! - riefen die Glasfiguren, doch der Schatten schwang sich mit geschwollenem Bauch in die Höhe, schnaufend wie ein Wasserfall in den Bergen. Die Sterne niessten, auch die Vögel bekamen schon Schnupfen vor Angst und aus den Leitungsdrähten fiel der Strom heraus und bildete eine grosse Lache am Rande der Landstrasse. Ein Hase verbrannte darin, ein Handelsreisender zündete sich an der Leiche die Zigarette an. - Es gibt nichts besseres, als ein vollendet funktionierender Selbstzünder! - sagte er, schaute dann erschrocken in die Luft, wo die Verfolger rauschend schwebten und wilde Schreie unter den Wind stiessen. Wer bringt es über sich, stehen zu bleiben und sich ruhig ins Gras zu legen, wenn der dunkelbraune Atem des Teufels summend vor ihm herfliegt und man ihn mit ausgestreckter Hand vielleicht erhäschen kann ... Da unten galoppieren Züge und auf den Ringstrassen verfolgt ein Unglücklicher mit gesenktem Kopf das Brot. Die Lampen erglänzen, verschwinden, ein grüner Berg gleitet nach rückwärts, Bahnwächterhäuschen, eine fliegende Zigarre oder vielleicht ein Mensch? Und die elektrischen Wagen bleiben zurück, wie die Pferde und die Fliegen. Die Kirchtürme sind so winzig und verschwinden so rasch, siehst du sie von oben, im Laub der Bäume schwärmen kleine Affen wie Bienen. Und siehe: in den Wasserfallen, die im Augenblick verschwinden, angeln die Menschen ihre unerklärlichen Geheimnisse und auf der kartografierten Oberfläche der Erde schlängeln sich die Landstrassen mit grünem, blauem, und lila Strom und bleiben nicht stehen. Die Glasfiguren galoppierten. Jetzt werden sie ihr vielleicht erreichen. Der Schatten ist satt. Wer satt ist, stirbt. Unten im Bach wäscht sich ein Kalb das blonde Haar. Kleine Kühe maschieren in den Stall, ein Kalb brüllt. Die Glocke läute und in den Dorffenster entbrennt das Kreuz. Der Alte zündet die Pfeife an und sinkt müde ins Heu. Ein hoher Berg taucht auf und verdeckt die Bauernhöfe. Vielleicht spielen hier wilde Tiere, wenn es dunkel wird. Der Wald ist tief und wild, wie das Auge der Mütter. In der Mitte einer grossen Wiese liegt ein Säugling. Er brüllt und lächelt zum Mond hinauf. Grosse Freude steht uns bevor, lasst uns tanzen! Tanzen wir rechts und tanzen wir links! Der Schatten ist über dem Atem des Säuglings gestolpert,

Next

/
Oldalképek
Tartalom