Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)

Erzählungen

mit schwerem Bauch ist er zu Boden gefallen. Er keucht, klammert sich an die Telefondrähte, steht auf mit offenem Mund, aus dem Staub strömt. Die Glasfiguren sind herangerückt. Auch der Betrunkene fallt, wenn er wankt und kein Wein hilft den Toten zur Auferstehung. Vielleicht hat er sich angeschlagen? Vielleicht ist er verletzt? Hinkend schwimmt er in der Luft, greift um Hilfe. Todesangst glüht in seinem Herzen. Die Leintücher der alten Jungfern tritt er nicht mehr zu Boden, kein graues Herz keuchender Familienmütter flattert mehr in seinen Krallen, der Sold der Beamten ist seinem Gebbiss entfallen - jetzt wäre ein rasches Pferd vonnöten! Die Verfolger lachten und hielten sich fest zu den Händen. Ihre Füsse verlängerten sich, sie atmeten tief und sagten: - Jetzt Ausdauer ... vorwärts! ­Speichel tropfte aus ihrem Mund und sie gaben dicke Töne vor sich, wie Säuglinge vor den Zitzen. Das dauerte Wochen. Schon standen sie nicht hinter ihm, streckten die Hände aus. Da schrie der Jüngste plötzlich auf, wandte den Kopf ab, sank rauschend zur Erde nieder, eilte mit ausgebreiteten Armen einer blonden Jungfrau nach. Der Schatten wieherte schadenfroh und verschwand um die Ecke. Die Glasfiguren stolperten, flogen mit verringerter Geschwindigkeit weiter, aber er ist nicht mehr zu erreichen! Sie liessen sich auf eine Brandmauer nieder, keuchten dort mit offenem Munde, wie die Vögel. Der Jüngste bog in eine enge Gasse ein und begleitete die Jungfrau in ein Kaffehaus. - Warum hast du uns verlassen? - klang von weitem die schmerzliche Frage, klang und erstarb zwischen den Rollen. Aber der Flüchtling hatte schon haarige Ohren vor Verliebtheit, er flammte auf und spuckte wie ein gefallener Engel auf die Kellner. Die Glasfiguren sassen auf der Mauer und keuchten. - Nie? - fragte die Älteste und der Kopf sank ihr auf die Brust. Die Zweite sagte: - Die Kronen der Engel klingen vergebens im Walde. ­Die Älteste spuckte aus, sie war hungrig. Sie holten Speck und Brot hervor und im dunkeln und in der Kälte fingen sie ihre müde Mahlzeit an. Die Füsse hingen von der Mauer herab, sie schaukelten sie und pfiffen. Die Eine stiess grosse Säufzer aus, aj-aj sagte sie, putzte sich die Nase, legte sich hin und schlief schnarchend ein. Von der Wiese stieg schlanker und unreifer Duft empor, wucherte auf dem Rande der Mauer, Vögel steckten ihre kleinen Kehlen hinaus und pfiffen Springbrunnen in die Pflanzenwelt. Der Mond ein brennender Pferdekopf, entschwimmt zwischen Fabriks-Schloten. Aus einer schwarzen Mandoline fällt ein Ton herab und entzündet den Atem der Tiere, Wind bläst, die Chrysantcmen rauchen und auf deiner Handfläche summt ein verliebter Hauch; zart, zart, nicht zerdrücken ... - Guten Tag - sagte jemand am Fusse der Mauer, lüftete den Hut, lächelte graziös. Dann warf er den Kopf in den Nacken und starrte entgeistert auf die

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